Kalmegh (Andrographis paniculata, )
Kalmegh (Andrographis paniculata) ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae), heimisch in Indien und Sri Lanka. Wegen ihrer Bitterkeit und traditionellen medizinischen Nutzung wird sie in ganz Süd- und Südostasien angebaut. Kennzeichen sind der vierkantige Stängel, kleine purpur gefleckte weiße Blüten und eine abgeflachte Kapsel. Der Beiname „König der Bitterstoffe“ verweist auf Andrographolid, ihren am besten untersuchten Wirkstoff.
WeiterlesenKalmegh, Creat, Green chiretta und Chuan xin lian
Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.
Volle Sonne bis lichter Halbschatten, optimal etwa 20 % Beschattung





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Taken Feb 19, 1993 by Royal Botanic Garden Edinburgh - Bhaskar Adhikari (cc-by-nc)
Taken Apr 6, 2007 by Royal Botanic Garden Edinburgh - Bhaskar Adhikari (cc-by-nc)
Taken Oct 24, 1972 by Royal Botanic Garden Edinburgh - Bhaskar Adhikari (cc-by-nc)
Taken Oct 18, 1995 by Royal Botanic Garden Edinburgh - Bhaskar Adhikari (cc-by-nc)
Taken May 14, 2019 by Prakash Rudraraju (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Andrographis paniculata umfasst Indien und Sri Lanka. Heute wird die Art im übrigen Süd- und Südostasien verbreitet angebaut und ist örtlich außerhalb der Anbauflächen eingebürgert. In Frankreich bleibt sie eine Nischenkultur unter Schutz oder im Topf für medizinische Zwecke oder botanische Gärten.
- Heimisch2
- Eingeführt1
- Indien
- Sri Lanka
- Singapur
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Kalmegh (Andrographis paniculata (Burm.f.) Wall. ex Nees, 1832), in Indien ebenfalls Kalmegh und sinngemäß „König der Bitterstoffe“ genannt, ist eine akzeptierte Art der Gattung Andrographis aus der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae). Griechisch andros, „Mann“, und graphis, „Pinsel“, bilden den Gattungsnamen und verweisen auf die pinselförmigen Staubbeutel. Das Artepitheton paniculata beschreibt den lockeren rispigen Blütenstand. 1 2
Erstmals wurde die Pflanze 1768 als Justicia paniculata Burm.f. beschrieben. Später gelangte sie in die von Wallich geschaffene und 1832 von Nees formal veröffentlichte Gattung Andrographis. Solche taxonomischen Verschiebungen sind bei Akanthusgewächsen häufig und erklären, weshalb ältere Arzneipflanzenwerke bisweilen noch den früheren wissenschaftlichen Namen nennen. 1
Unter dem indischen Handelsnamen Kalmegh werden jährlich 2.000 bis 5.000 Tonnen getrockneter Pflanzen gehandelt. In China ist sie als Chuan xin lian bekannt und wird seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin genutzt. Weitere internationale Namen sind Creat und Green chiretta. 5
Erkennung
Aufrecht und verzweigt wächst Andrographis paniculata als einjährige krautige Pflanze. Der kahle, vierkantige Stängel erreicht in Kultur gewöhnlich 20 bis 50 cm Höhe. Gegenständige, lanzettliche bis schmal elliptische Blätter sind 1,5 bis 7 cm lang und 1 bis 2,5 cm breit, mit glänzender Oberseite und deutlichen Adern. 3
Kleine röhrenförmige Blüten von 0,9 bis 1,5 cm Länge sind weiß, an der Unterlippe purpur gefleckt und außen an der Röhre drüsig behaart. Einseitswendige Trauben bilden lockere endständige Rispen, auf die der Artname verweist. 3
Eine trockene, abgeflachte, längliche Kapsel von 1,5 bis 2 cm Länge bildet die Frucht. Zur Reife entlässt sie etwa zwölf runzelige Samen von ungefähr 2 mm Größe. Die ganze Pflanze samt Blättern, Stängeln und Wurzeln ist ausgeprägt bitter, ein einfaches Erkennungsmerkmal im Gelände. 3 4
Nützliche Taxonomie
Den stabilen Bezugspunkt liefert Andrographis paniculata (Burm.f.) Wall. ex Nees. Das wichtigste Synonym ist Justicia paniculata Burm.f., das 1768 in der Flora Indica veröffentlichte Basionym. 1 2
Rund vierzig Arten umfasst die Gattung Andrographis. Mehrere dienen in der traditionellen indischen Heilkunde als Ersatz oder Verfälschung von Kalmegh, besonders Andrographis lineata Nees und Andrographis echioides (L.) Nees. Wegen dieser wiederkehrenden Verwechslung von Volksnamen erschien 1995 in der indischen Zeitschrift Ancient Science of Life eine eigene nomenklatorische Klärung der Gattung. 7
Für die sichere Benennung von Kalmegh bleibt daher allein der wissenschaftliche Name verlässlich. Volksnamen überschneiden sich zwischen Andrographis-Arten. Diese Unschärfe kann die Bestimmung einer Handelscharge oder eines alten Herbarbelegs verfälschen. 7
Lebensraum und Verbreitung
Indien und Sri Lanka bilden das ursprüngliche Areal von Andrographis paniculata. Dort wächst die Art im Tiefland und unteren Bergland in feuchten Sekundärwäldern, Monsunwäldern, an küstennahen Waldrändern und auf gestörten Flächen. 1 3
Weit verbreitet ist inzwischen der Anbau im übrigen Süd- und Südostasien, etwa in China, Thailand, Malaysia und Vietnam. Örtlich ist Andrographis paniculata außerhalb der Anbauflächen eingebürgert, wie ihr Vorkommen in Singapurs Flora zeigt. 3 5
Arme, sandige bis tonige Böden werden vertragen, ebenso eine gewisse Salzhaltigkeit. Das erklärt spontane Vorkommen auf degradierten Flächen am Rand der Anbaugebiete. 3
Lebenszyklus und Kultur
Einjährig verläuft der Lebenszyklus. Nach 24 Stunden Einweichen keimen die Samen in ungefähr einer Woche mit einer Erfolgsquote von fast 80 %. Stängelstecklinge wachsen mit 80 bis 90 % fast ebenso gut an. 4
Bei Jahresdurchschnittstemperaturen von 20 bis 30 °C gedeiht Andrographis paniculata bevorzugt, toleriert aber 14 bis 38 °C und jährliche Niederschläge von 1.500 bis 4.000 mm. Sie wächst in voller Sonne und lichtem Halbschatten, optimal bei etwa 20 % Beschattung. 4
Zum Ende der Wachstumszeit setzt die Blüte ein; danach bilden sich Kapseln. Vor der Blüte geerntete Blätter weisen den höchsten Wirkstoffgehalt auf. Kalmegh wird deshalb wegen seiner Blätter angebaut und nicht wegen seiner Blüten. 5
Inhaltsstoffe und traditionelle Verwendung
Für die charakteristische Bitterkeit sorgt Andrographolid, ein bereits 1911 isoliertes Diterpenlacton vom ent-Labdan-Typ. Hinzu kommen weitere Diterpenoide, Flavonoide und Polyphenole. 5
In Ayurveda und Siddha wird traditionell die ganze Pflanze gegen Fieber, Atemwegsinfektionen und bestimmte Verdauungsbeschwerden eingesetzt. In China gehört sie als Chuan xin lian zu ähnlichen Zubereitungen. Diese Nutzungen bleiben traditionell: Eine Metaanalyse von 2017 zu akuten Atemwegsinfektionen nennt eine mögliche Wirkung, betont jedoch methodische Schwächen der verfügbaren Studien. 5
Das thailändische Gesundheitsministerium erlaubte 2020 Pflanzenextrakte ergänzend zur Behandlung leichter COVID-19-Verläufe. Diese Entscheidung blieb umstritten, da solide klinische Wirksamkeitsbelege fehlten. 5
Sicherheit und Verwechslungen
Bei Tieren ist keine systematische Giftigkeit dokumentiert; die Anwendung beim Menschen erfordert jedoch mehrere Vorsichtsmaßnahmen. Neuseeländische Gesundheitsbehörden registrierten allergische Reaktionen einschließlich Anaphylaxie in Verbindung mit Nahrungsergänzungsmitteln aus Kalmegh. Die Symptome reichten von Nesselsucht bis Atemnot. 6
Eine gezielte experimentelle Studie bestätigte im Tiermodell jedoch kein anaphylaktisches Potenzial des Extrakts selbst. Nur in vitro wurde bei hoher Konzentration eine mäßige Freisetzung allergischer Botenstoffe beobachtet. Dies relativiert die Anwendungsmeldungen, ohne sie auszuräumen. 8
Hohe Kalmegh-Dosen bergen das Risiko einer Leberschädigung und von Wechselwirkungen mit Medikamenten, die über die Leber abgebaut werden. Im Tierversuch trat auch eine reversible Beeinträchtigung der männlichen Fruchtbarkeit auf. Vorsorglich wird von der Anwendung während der Schwangerschaft abgeraten. 4
Im Gelände sind Verwechslungen mit Andrographis lineata und Andrographis echioides am häufigsten. Beide dienen in der indischen Heilkunde als Ersatz. Kein einfaches sichtbares Merkmal trennt diese drei Pflanzen voneinander; nur ein Referenzexemplar kann Zweifel an einer Handelscharge ausräumen. 7
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Andrographis paniculata (Burm.f.) Wall. ex Nees
- International Plant Names "Indien"x, Andrographis paniculata
- NParks Singapore, FloraFauna Web, Andrographis paniculata
- Plants For A Future, Andrographis paniculata - Green Chireta
- Jayakumar et al. 2013, Experimental and Clinical Pharmacology of Andrographis paniculata and Andrographolide, eCAM
- Medsafe (Neuseeland), Andrographis paniculata - potential risk for allergic reactions
- Balu and Alagesaboopathi 1995, Nomenclatural Confusion of Some Species of Andrographis Wall., Ancient Science of Life
- Richard et al. 2017, Is Andrographis paniculata extract and andrographolide anaphylactic?, Toxicology Reports
Häufig gestellte Fragen
Ist Kalmegh giftig?
Bei Tieren ist keine systematische Giftigkeit dokumentiert. Bei Menschen wurden allergische, mitunter schwere Reaktionen auf Nahrungsergänzungsmittel mit Andrographis paniculata gemeldet. Bei hohen Dosen besteht ein Risiko für Leberschädigungen. Während der Schwangerschaft gilt die Anwendung vorsorglich als kontraindiziert.
Kann man Andrographis paniculata mit anderen Andrographis-Arten verwechseln?
Ja. Andrographis lineata und Andrographis echioides dienen in der traditionellen indischen Heilkunde als Ersatz oder Verfälschung. Diese Verwechslung von Volksnamen ist wissenschaftlich dokumentiert.
Warum heißt Kalmegh „König der Bitterstoffe“?
Der Beiname geht auf Andrographolid zurück. Dieses Diterpenlacton verursacht die extreme Bitterkeit der ganzen Pflanze einschließlich Blättern, Stängeln und Wurzeln.
Heilt Kalmegh COVID-19?
Thailand erlaubte 2020 Pflanzenextrakte ergänzend bei bestimmten leichten Verläufen. Diese Entscheidung bleibt umstritten, da solide und verallgemeinerbare klinische Belege fehlen.
Wie vermehrt man Andrographis paniculata?
Die Aussaat nach 24-stündigem Einweichen der Samen ist die wichtigste Methode. Auch Stängelstecklinge mit Knoten wachsen mit hoher Erfolgsquote an.
Kann man Kalmegh in Frankreich anbauen?
Ja, aber nur als einjährige Kultur der warmen Jahreszeit, unter Schutz oder im Topf, der im Winter ins Haus kommt. Die Pflanze verträgt keinen Frost und reagiert empfindlich auf Temperaturen unter 14 °C.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.








