Himalaya-Zeder (Cedrus deodara, )
Himalaya-Zeder (Cedrus deodara) ist ein großer immergrüner Nadelbaum aus der Familie Pinaceae. Sie stammt von den südlichen Ausläufern des Himalaya zwischen Afghanistan und Westnepal. Überhängende Triebspitzen verleihen ihr einen hängenden Wuchs; lange weiche Nadeln und aufrechte tonnenförmige Zapfen kennzeichnen einen der größten Nadelbäume Eurasiens.
WeiterlesenHimalaya-Zeder, Deodar-Zeder, Deodar cedar und Himalayan cedar
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Cedrus deodara folgt dem westlichen Himalaya von Nordostafghanistan über Nordpakistan, Nordwestindien und einen Randbereich Südwesttibets bis Westnepal. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Art nach Europa eingeführt und seither in zahlreichen gemäßigten Ländern als Zierbaum gepflanzt.
- Heimisch5
- Afghanistan
- Pakistan
- Indien
- Nepal
- Tibet
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Himalaya-Zeder (Cedrus deodara (Roxb. ex D.Don) G.Don, 1830), auch Deodar-Zeder, ist ein immergrüner Nadelbaum der Gattung Cedrus aus der Familie Pinaceae. Deodar geht auf das Sanskritwort devadāru zurück, wörtlich „Holz der Götter“. Der Name ist bereits in alten Texten des indischen Subkontinents belegt. Englische Namen sind Deodar cedar und Himalayan cedar. 1 8
William Roxburgh beschrieb die Art zunächst als Pinus deodara; David Don veröffentlichte diesen Namen 1824. George Don stellte sie 1830 zur Gattung Cedrus. Der Wechsel von Pinus zu Cedrus erklärt die geklammerte Autorenangabe im heute akzeptierten wissenschaftlichen Namen, die in der botanischen Nomenklatur einen Gattungswechsel kennzeichnet. 1 7
Erkennung
Überhängende Wipfel und biegsame Zweigspitzen verleihen Cedrus deodara ihren hängenden Wuchs. Dieser bleibt während des gesamten Baumlebens erhalten und ist schon bei jungen Baumschulpflanzen erkennbar. Erwachsene Bäume werden gewöhnlich 20 bis 50 m hoch; aus der Heimat sind ausnahmsweise bis 60 m gemeldet. 2 3
Mit 2,5 bis 5 cm sind die Nadeln länger als bei anderen Zedern. Sie sind weich, hellgrün bis blaugrün und stehen in dichten Büscheln an Kurztrieben. Weibliche Zapfen sind tonnenförmig, oben abgerundet und 7 bis 12 cm lang. Zur Reife zerfallen sie am Baum und geben geflügelte Samen frei, statt als Ganzes zu Boden zu fallen. 2 3
Graue, glatte Rinde kennzeichnet junge Exemplare. Bei älteren Bäumen wird sie rissig und schuppig; der Stammdurchmesser kann 3 m überschreiten. Die anfangs kegelförmige Krone verbreitert sich im Alter deutlich und wächst weit ausladend. 3
Nützliche Taxonomie
Vier anerkannte Arten umfasst die Gattung Cedrus: Cedrus deodara, Cedrus libani A.Rich., Cedrus atlantica (Endl.) Manetti ex Carrière und Cedrus brevifolia (Hook.f.) Henry. In Kultur kreuzen sie sich leicht, was die Bestimmung erschwert. Der akzeptierte wissenschaftliche Name bleibt deshalb der stabile Bezugspunkt für die Zuordnung eines gepflanzten Baumes. 1 7
Das wichtigste homotypische Synonym lautet Cedrus libani var. deodara (Roxb. ex D.Don) Hook.f. Es erinnert daran, dass die Himalaya-Zeder zeitweise als bloße Varietät der Libanon-Zeder galt. Sorten von Cedrus deodara wie Aurea und Pendula sind veredelte Auslesen desselben Taxons und keine eigenständigen botanischen Varietäten. 1 2
Lebensraum und Verbreitung
Entlang des westlichen Himalaya erstreckt sich das natürliche Areal von Cedrus deodara: von Nordostafghanistan über Nordpakistan, Nordwestindien und einen Randbereich Südwesttibets bis Westnepal. In 1500 bis 3300 m Höhe wächst die Art oft in Reinbeständen oder zusammen mit Tannen und Himalaya-Kiefern. 1 6
Seit ihrer Einführung nach Europa zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird die Himalaya-Zeder in gemäßigten Klimazonen weltweit als Zierbaum gepflanzt, auch in Frankreich. Gut eingewachsene Bäume vertragen Trockenheit und kalkhaltige Böden, reagieren aber empfindlich auf starke Luftverschmutzung großer Städte. 2 4
Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Cedrus deodara als nicht gefährdet ein. Trotz örtlicher Holznutzung bleibt die natürliche Verjüngung kräftig. In weiten Teilen der Himalaya-Wälder ist die Art weiterhin häufig oder sogar bestandsprägend. 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Als einhäusiger Baum bildet Cedrus deodara männliche und weibliche Zapfen am selben Exemplar, meist im Herbst. Die aufrechten, zylindrischen männlichen Zapfen setzen reichlich Pollen frei. Der Wind trägt ihn zu benachbarten weiblichen Zapfen desselben oder naher Bäume. 3 2
Etwa ein Jahr benötigen die weiblichen Zapfen zur Reife. Nach der Befruchtung zerfallen sie schuppenweise an den Zweigen und geben geflügelte Samen ab, die der Wind verbreitet. Ganze unversehrte Zapfen gelangen deshalb nur selten auf den Boden. 3 2
Aussaat nach einigen Wochen Kaltstratifikation zur Aufhebung der Samenruhe erhält in der Kultur die Artmerkmale. Sie ist das häufigste Verfahren in Baumschulen, während Veredelung den Sorten vorbehalten bleibt. Nur Veredelung auf eine Unterlage der Art sichert bei Aurea oder Pendula die gewünschten Eigenschaften. Sämlinge sind genetisch variabel und übernehmen Farbe oder Wuchsform der Mutterpflanze nicht zuverlässig. 4
Nutzen und Risiken
Mäßig hartes, aromatisches und termitenbeständiges Holz macht die Himalaya-Zeder in ihrer Heimat zu einem geschätzten Lieferanten für Bauholz, Dachstühle, Brücken und Möbel. Seine natürliche Dauerhaftigkeit erklärt die historische Verwendung in Kolonialgebäuden und Hausbooten Kaschmirs. 4 6
Aus Nadeln und Holz gewonnenes ätherisches Öl wird in Parfümerie und Aromatherapie verwendet. Das Harz dient in mehreren religiösen Traditionen des Himalaya als Räucherwerk. Die traditionelle ayurvedische Medizin nutzt Holz und Rinde als Abkochung gegen Fieber und Atemwegsbeschwerden. Diese überlieferte Anwendung ersetzt keinen ärztlichen Rat. 4
Für Katzen, Hunde und Menschen sind keine giftigen Inhaltsstoffe in Nadeln oder Holz von Cedrus deodara verzeichnet. Nur die Wirkung bei Pferden bleibt mangels spezifischer Daten undokumentiert. Dieses ungiftige Profil unterscheidet die Himalaya-Zeder von anderen Ziernadelbäumen, die häufiger als reizend beschrieben werden. 6
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Gartensorten von Cedrus deodara stellen keine eigenen Arten dar. Aurea trägt beim Austrieb goldene Nadeln, Pendula hängt stärker über als die Art, und Feelin’ Blue ist eine niederliegende Zwergsorte für kleine Gärten. Vor dem Kauf sollten der wissenschaftliche Name, der Wurzelzustand und die angegebene Winterhärte der Sorte geprüft werden. 2
Verwechslungen entstehen häufig mit folgenden Nadelbäumen:
- Cedrus libani, mit kürzeren Nadeln, flacher Alterskrone und oben abgeflachten Zapfen;
- Cedrus atlantica, oft bläulich, mit steiferem Wuchs und weniger überhängenden Zweigen;
- einigen großen Kiefern und Tannen des Himalaya, die aus der Ferne eine ähnliche kegelförmige Silhouette zeigen.
Zur Unterscheidung von den mediterranen Verwandten ist die hängende Wipfelspitze verlässlicher als die Nadelfarbe allein. Sie ist schon an jungen Bäumen vor der ersten Zapfenbildung sichtbar. Da auch manche Cedrus atlantica bläuliche Nadeln besitzen, hat die Farbe für die Bestimmung nur begrenzten Wert.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Cedrus deodara (Roxb. ex D.Don) G.Don
- Royal Horticultural Society, Cedrus deodara - deodar
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Cedrus deodara
- Plants For A Future, Cedrus deodara
- IUCN Red List of Threatened Species, Cedrus deodara Bewertung
- USDA PLANTS Database, Cedrus deodara (Roxb. ex D.Don) G.Don
- GBIF Backbone Taxonomy, Cedrus deodara (Roxb. ex D.Don) G.Don
- International Plant Names Index, Cedrus deodara (Roxb. ex D.Don) G.Don
Häufig gestellte Fragen
Ist die Himalaya-Zeder giftig?
Nein. Für Katzen, Hunde und Menschen sind keine giftigen Inhaltsstoffe in Nadeln oder Holz von Cedrus deodara verzeichnet. Die Wirkung bei Pferden ist mangels spezifischer Daten lediglich nicht dokumentiert.
Wie unterscheidet sich die Himalaya-Zeder von der Libanon-Zeder?
Hängender Wuchs, längere Nadeln von 2,5 bis 5 cm und Zapfen mit abgerundeter Spitze kennzeichnen Cedrus deodara. Cedrus libani besitzt kürzere Nadeln, eine flache Alterskrone und oben abgeflachte Zapfen.
Warum hängen die Zweige der Himalaya-Zeder?
Endtriebe und Wipfel bleiben lebenslang biegsam und überhängend, anders als bei Nadelbäumen mit starrer Spitze. Dies ist bereits bei sehr jungen Baumschulpflanzen erkennbar.
Wird Himalaya-Zedernholz als Bauholz verwendet?
Ja. Natürliche Dauerhaftigkeit und Termitenbeständigkeit machen es zu einem geschätzten Holz für Gebäude, Brücken und Dachstühle, besonders in seiner Heimat im Himalaya.
Woher stammt der Name Deodar?
Er geht auf das Sanskritwort devadāru zurück, wörtlich „Holz der Götter“. Es verweist auf die heilige Bedeutung des Baumes in mehreren religiösen Traditionen des indischen Subkontinents.
Ist die Himalaya-Zeder bedroht?
Nein, die IUCN führt sie als nicht gefährdet. Trotz örtlicher Holznutzung ist die natürliche Verjüngung in den meisten Himalaya-Wäldern kräftig.
Wie groß wird eine Himalaya-Zeder im Garten?
In gemäßigtem Klima überschreitet sie ausgewachsen häufig 20 m Höhe und erreicht 8 bis 15 m Breite. Sie braucht viel Platz. Nur Sorten wie Feelin’ Blue eignen sich für kleine Gärten.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.



