Enoki (Celtis sinensis, Pers. 1805)

Celtis sinensis ist ein großer sommergrüner Baum aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae), der in China, Japan, Korea und Indochina heimisch ist. Kennzeichnend sind die lange glatt bleibende graue Rinde, nur in der oberen Hälfte gezähnte Blätter und kleine Steinfrüchte, die sich vom Grün über Orange bis zum Spätherbst rötlich braun färben.

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Wissenschaftlicher NameCeltis sinensis
GattungCeltis
OrdnungRosales

Enoki, Chinese hackberry, Japanese hackberry und Chinese nettle tree

Identität
Toxizität
Ungiftig für Menschen, Katzen und Hunde; Status bei Pferden unklar
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaTaiwanJapanSüdkorea
Lebensraum
Hänge und Straßenränder Chinas in 100–1.500 m Höhe; Ebenen und Hügelland in ganz Japan
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Erste Früchte mit etwa 10–15 Jahren; alte Bäume in Korea geschützt
Vermehrung
Aussaat, Steckling, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, verträgt Wind und exponierte Stadtstandorte
Luftfeuchtigkeit
30–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Ton, Schluff oder Sand, Kalkhaltiger Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Außenbereich
Gartenbeet, Offener Boden
Pflanzgefäße
Terrakotta
Erscheinungsbild
Höhe1000–2000 cmBreite800–1500 cm
Blätter
GrünGelb
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Grün
Früchte
OrangeBraunGröße0.5–0.8 cm
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Celtis sinensis: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Celtis sinensis umfasst zahlreiche chinesische Provinzen, Taiwan, Japan (Honshu, Kyushu, Shikoku), Korea und Indochina. Als Zierbaum wurde die Art in Zentralasien und Australien eingeführt. In Australien hat sie sich entlang von Gewässern und auf gestörten Flächen eingebürgert und gilt in mehreren östlichen Regionen als amtlich eingestufte Problempflanze. In Frankreich ist sie eine wenig verbreitete Sammlerpflanze, die vor allem als Bonsai kultiviert wird.

  • Heimisch4
  • Invasiv1
  • China
  • Taiwan
  • Japan
  • Südkorea
  • Ostaustralien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Celtis sinensis (Celtis sinensis Pers., 1805) ist ein großer sommergrüner Baum aus der Gattung Celtis und der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). In Japan heißt er auch Enoki. Wie andere Zürgelbäume wurde die Art lange den Ulmengewächsen (Ulmaceae) zugeordnet. Die stammesgeschichtliche Klassifikation der Blütenpflanzen stellte später die gesamte Gattung Celtis zu den Cannabaceae. 1 7

Der Gattungsname Celtis geht auf ein lateinisches Wort zurück, das bereits einen mediterranen Baum mit süßen Früchten bezeichnete. Das Artepitheton sinensis bedeutet „aus China“, erfasst das Areal aber nur teilweise: Die Art ist auch in Japan, Korea, Taiwan und Indochina heimisch. In Japan war der noch heute gebräuchliche Name Enoki bereits Jahrhunderte vor der wissenschaftlichen Benennung bekannt. 2 5

Im englischen Sprachraum begegnet außerdem der Name Chinese elm. Er begünstigt Verwechslungen mit Ulmus parvifolia, der eigentlichen Chinesischen Ulme. Diese gehört einer anderen Pflanzenfamilie an und besitzt deutlich kleinere, ledrigere Blätter. Während sich die Trivialnamen überschneiden, bezeichnet Celtis sinensis Pers. den Baum eindeutig. 7

Erkennung

Die lange grau und glatt bleibende Rinde unterscheidet Celtis sinensis im Gelände vom nordamerikanischen Celtis occidentalis. Bei Letzterem bilden sich schon nach einigen Jahrzehnten charakteristische korkige Risse. Unter günstigen Bedingungen erreicht Celtis sinensis gewöhnlich 10 bis 20 m Höhe und 8 bis 15 m Breite. Ältere Bäume entwickeln eine rundliche, ausladende Krone. 3 2

An den Zweigen sitzen einfache, wechselständige, eiförmige bis elliptische Blätter von 3 bis 10 cm Länge mit papierartiger Beschaffenheit. Ein zuverlässiges Kennzeichen ist die auf die obere Blatthälfte beschränkte Zähnung; der abgerundete untere Teil bleibt fast ganzrandig. Drei Hauptnerven entspringen an der Blattbasis. Die Oberseite fühlt sich leicht rau an, während die Nerven auf der Unterseite behaart sind. 3 2

Winzige grünliche Blüten stehen in dichten Zymen in den Blattachseln. Sie erscheinen im März und April zusammen mit dem jungen Laub. Die kugeligen Früchte haben einen Durchmesser von 5 bis 8 mm. Sie sind zunächst grün, werden orange und erreichen im September und Oktober ihre rötlich braune Reifefarbe. 3 2

Nützliche Taxonomie

Persoon beschrieb die Art 1805 als Celtis sinensis Pers.; dieser Name ist bis heute akzeptiert. In Literatur und Gartenhandel finden sich weiterhin Synonyme: Celtis japonica Planch. und Celtis bodinieri H.Lév. bezeichnen dasselbe Taxon. Gleiches gilt für Celtis sinensis var. japonica (Planch.) Nakai, eine in japanischen und koreanischen Quellen noch häufige Bezeichnung. 1 5

Vom akzeptierten Taxon zu trennen ist das illegitime Homonym Celtis sinensis Planch. 1848, das erst nach Persoons Namen beschrieben wurde. Beim Kauf wie bei der Bestimmung bietet die vollständige Autorenangabe Celtis sinensis Pers. einen verlässlichen Bezugspunkt. 1

Lebensraum und Verbreitung

Heimisch ist Celtis sinensis in zahlreichen chinesischen Provinzen, auf Taiwan, in Japan mit Honshu, Kyushu und Shikoku, in Korea und Indochina. Dort wächst der Baum an Hängen und entlang von Straßen. Je nach Region reichen die Standorte von 100 bis 1.500 m Höhe. 4 7

Als Zierbaum gelangte die Art nach Zentralasien, bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts in die Vereinigten Staaten und auch nach Australien. Dort verbreiten Vögel und bestimmte fruchtfressende Fledermäuse die Samen entlang von Gewässern und gestörten Standorten. Dadurch wurde sie in mehreren östlichen Regionen zur amtlich eingestuften Problempflanze, besonders an den Küsten von New South Wales und im südöstlichen Queensland. Eingebürgerte Bestände werden auch aus Südafrika, Neuseeland und einigen US-Bundesstaaten gemeldet. 5 7 8

Wikidata und die Weltnaturschutzunion IUCN führen Celtis sinensis als nicht gefährdet. Das natürliche Areal ist weiterhin sehr groß; ein erheblicher Rückgang ist nicht dokumentiert. In Frankreich bleibt die Art eine seltenere Sammlerpflanze, die vor allem für die Bonsaigestaltung kultiviert wird. 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Zur Frühjahrsblüte trägt der Baum zusammen mit den jungen Blättern winzige grünliche Blüten in dichten Zymen. Männliche und weibliche Blütenorgane kommen auf demselben Baum vor. 3

Bei den kleinen runden Früchten handelt es sich um 5 bis 8 mm große Steinfrüchte. Zwischen September und Oktober wechseln sie von Grün über Orange zu Rötlichbraun. Reif besitzen sie eine dünne süße Fleischschicht um einen großen Stein. Vögel fressen die Früchte und verbreiten die Samen weit vom Mutterbaum entfernt. 3 4

Die meisten Bäume tragen erstmals nach etwa 10 bis 15 Jahren Früchte. Für die Wildart ist die Aussaat nach einer zwei- bis dreimonatigen Kaltstratifikation die übliche Vermehrungsmethode. Ausgewählte Sorten wie die Hängeform Green Cascade werden dagegen durch Veredelung vermehrt, damit ihre Merkmale erhalten bleiben. 4 3

Nutzen und Risiken

In Ostasien wird Celtis sinensis als Schattenbaum an historischen Straßen und in klassischen Gärten gepflanzt. In Japan dienten in regelmäßigen Abständen gesetzte Bäume lange zur Entfernungsmarkierung an wichtigen Verkehrswegen. Blätter und Wurzelrinde werden zudem in der traditionellen koreanischen und chinesischen Medizin bei Verdauungs- oder Atemwegsbeschwerden verwendet. 5 4

Vollreife, gut ausgefärbte Früchte besitzen süßes Fruchtfleisch und werden roh gegessen. Junge Blätter dienten auch als Teeersatz. Ein giftiger Inhaltsstoff ist für die Art nicht dokumentiert. Sie gilt für Menschen, Katzen und Hunde als ungiftig; nur bei Pferden bleibt der Status unklar. 4

Außerhalb des natürlichen Areals liegt das Risiko vor allem in der Ausbreitung: Vögel verteilen die Samen, und spontane Sämlinge besiedeln leicht Ufer sowie gestörte Flächen. Im Osten Australiens hat dies zur amtlichen Einstufung als Problempflanze geführt. In Kultur verträgt der Baum Wind, belastete und verdichtete Stadtböden sowie als gut eingewurzelter Baum ungefähr −20 °C. Er bevorzugt jedoch warme Sommer. In kühlem, feuchtem Klima reift das Holz nicht immer vollständig aus, wodurch Zweige vor dem Winter teilweise absterben können. 5 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Unter den für Bonsai gefragten Selektionen dominiert im westlichen Handel eine stabile Sorte: Green Cascade. Die Hängeform wurde 1983 aus Samen ausgewählt, die von einem historischen hängenden Baum am Suwa-Schrein in der japanischen Präfektur Nagano stammten. 3

Am häufigsten wird die Art mit dem Amerikanischen Zürgelbaum (Celtis occidentalis L.) verwechselt. Dessen Rinde reißt schon nach einigen Jahrzehnten in korkige Platten auf; bei Celtis sinensis bleibt sie wesentlich länger glatt. Eine zweite Verwechslung fördert der englische Name Chinese elm: Ulmus parvifolia, die eigentliche Chinesische Ulme, gehört zu den Ulmengewächsen und trägt deutlich kleinere, ledrigere Blätter. Mit der Gattung Celtis ist sie nicht eng verwandt. 2 7

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Celtis sinensis giftig?

Nein. Für Celtis sinensis ist kein giftiger Inhaltsstoff dokumentiert; die Art gilt für Menschen, Katzen und Hunde als ungiftig. Bei Pferden bleibt der Status mangels Daten unklar.

Wie unterscheidet sich Celtis sinensis vom Amerikanischen Zürgelbaum?

Die Rinde von Celtis sinensis bleibt auch an alten Bäumen grau und glatt. Bei Celtis occidentalis entstehen dagegen schon nach wenigen Jahrzehnten korkige Rindenplatten. Außerdem sind die Blätter von Celtis sinensis nur in der oberen Hälfte gezähnt.

Warum wird Celtis sinensis auf Englisch auch Chinese elm genannt?

Dieser Trivialname führt zu Verwechslungen mit Ulmus parvifolia, der eigentlichen Chinesischen Ulme. Die Bäume gehören verschiedenen botanischen Familien an; die Ulme besitzt wesentlich kleinere und ledrigere Blätter.

Sind die Früchte von Celtis sinensis essbar?

Ja. Das dünne süße Fruchtfleisch um den Stein wird roh gegessen, sobald die Frucht vollreif und rötlich braun ist. Junge Blätter wurden in Ostasien auch als Teeersatz verwendet.

Ist Celtis sinensis invasiv?

In mehreren Regionen Ostaustraliens ist die Art als Problempflanze amtlich eingestuft. Vögel und Fledermäuse verbreiten ihre Samen entlang von Gewässern. In Frankreich bleibt sie eine wenig verbreitete Sammlerpflanze ohne dokumentierten invasiven Status.

Warum ist Celtis sinensis als Bonsai beliebt?

Glatte graue Rinde, feine Verzweigung und schnelles Wachstum machen die Art in Ostasien zu einem gefragten Bonsai. Dort wird sie auch als Schattenbaum entlang von Straßen gepflanzt.

Woher stammt der Name Enoki?

Enoki ist der alte japanische Name für Celtis sinensis. Er wird seit Jahrhunderten für den Baum verwendet, der unter anderem an historischen Straßen als Entfernungsmarkierung gepflanzt wurde.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.