Kanadischer Judasbaum (Cercis canadensis, )
Cercis canadensis ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum der Fabaceae aus dem östlichen und zentralen Nordamerika, vom Süden Ontarios bis in den Nordosten Mexikos. Seine rosa bis malvenfarbenen Blüten erscheinen direkt am kahlen Holz, häufig auch am Stamm, bevor die herzförmigen Blätter austreiben.
WeiterlesenKanadischer Judasbaum und Eastern redbud
Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.
Volle Sonne bis Halbschatten





© Foto
Herbert Bolton · cc0
(c) dbarronoss, some rights reserved (CC BY-NC-ND) · cc-by-nc-nd
Michael J. Papay · cc-by
Taken Jul 11, 2020 by Ken Borgfeldt (cc-by-sa)
Taken Apr 13, 2022 by Estrella Monroy (cc-by-sa)
Taken May 18, 2022 by Ang dV (cc-by-sa)
Taken May 25, 2022 by Jared Wehrle (cc-by-sa)
Taken Sep 18, 2021 by katie0jay (cc-by-sa)
© copyright of the Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Cercis canadensis reicht vom Süden Ontarios und Michigans bis in den Nordosten und das Zentrum Mexikos; nach Westen reicht es bis New Mexico und Texas. Außerhalb dieses Areals wird die Art vielfach als Zierbaum kultiviert. Eine invasive Einbürgerung außerhalb Nordamerikas ist nicht dokumentiert.
- Heimisch3
- Vereinigte Staaten
- Kanada
- Mexiko
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Cercis canadensis (Cercis canadensis L., 1753), auch Kanadischer Judasbaum oder Eastern redbud, ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum der Fabaceae, Unterfamilie Cercidoideae. 1 8
Der Gattungsname Cercis stammt vom griechischen kerkis, dem Weberschiffchen, und spielt auf die flachen Hülsen an. Auch der französische Name „gainier“ beschreibt eine längliche Hülle um die Samen. Dieses Merkmal teilt die Art mit ihrem europäischen Verwandten Cercis siliquastrum, dem Gewöhnlichen Judasbaum. 3
Das Epitheton canadensis kann irreführen: Das nordamerikanische Verbreitungsgebiet reicht vom Süden Ontarios bis in den Nordosten Mexikos und geht damit weit über Kanada hinaus. 1
Erkennung
Rosa bis malvenfarbene Blüten am kahlen Holz machen Cercis canadensis früh im Jahr kenntlich. Anders als viele erst nach dem Laubaustrieb blühende Frühlingsbäume trägt er Büschel aus 4 bis 10 Blüten von etwa 1,5 cm Länge direkt an den Zweigen und gelegentlich am Stamm. Die Blätter erscheinen später. 3
Gewöhnlich erreicht der Baum 6 bis 9 m Höhe bei 7,5 bis 10,5 m Breite. Sein oft kurzer, gewundener Stamm verzweigt sich tief. Anfangs glatte, dunkle Rinde wird im Alter schuppig und hilft, junge und ältere Bäume zu unterscheiden. Junge Zweige bleiben unabhängig vom Baumalter dünn, zickzackförmig und nahezu schwarz. 3 4
Herzförmige, wechselständige Blätter messen jeweils 7 bis 12 cm in Länge und Breite und sind ganzrandig. Ihr blasses Herbstgelb wirkt im Vergleich mit anderen Laubbäumen eher zurückhaltend. 3
Flache, rotbraune Hülsen von 5 bis 10 cm Länge reifen zwischen August und Oktober. Oft hängen sie noch einen Teil des Winters am Baum und ermöglichen so eine Bestimmung nach dem Laubfall. 3
Nützliche Taxonomie
Als akzeptierte Art wird Cercis canadensis L. in den Fabaceae geführt. Nach dem geografischen Vorkommen werden drei Unterarten anerkannt: 1 8
- Cercis canadensis subsp. canadensis, die Nominatform aus Südostkanada sowie den zentralen und östlichen Vereinigten Staaten;
- Cercis canadensis subsp. mexicana (Rose) A.E.Murray aus Nordostmexiko und Südwesttexas, die salzhaltige Böden besser verträgt;
- Cercis canadensis subsp. texensis (S.Watson) A.E.Murray aus Oklahoma und Osttexas mit glänzenderem Laub.
Die höhere Salzverträglichkeit der Unterart mexicana erklärt ihr Vorkommen auf Böden, die die Nominatform meidet. Diese innerartliche Variation wird auch für gärtnerische Auslesen genutzt. 8
Zahlreiche ältere botanische Namen, darunter Cercis canadensis var. pubescens Pursh und Cercis canadensis f. alba Rehder, gelten heute als Synonyme der Nominatform. Der akzeptierte Name Cercis canadensis bleibt der verlässliche Bezugspunkt. 1
Lebensraum und Verbreitung
Vom Süden Ontarios und Michigans reicht das natürliche Areal bis in den Nordosten und das Zentrum Mexikos. Die westliche Grenze liegt bei New Mexico und Texas. 1
An lichten Waldstellen, Waldrändern, in Gebüschen und an Kalkhängen sowie entlang felsiger Ufer und Schluchten wächst Cercis canadensis. Häufig bildet die Art eine untere Gehölzschicht in Mischwäldern. 3 5
Ton, Lehm und Sand gehören zum breiten Spektrum verträglicher Böden. Auch das von der Schwarznuss abgegebene Juglon wird toleriert, was eine dauerhafte Nachbarschaft ermöglicht, unter der viele andere Zierbäume leiden. Dauerhaft vernässter Boden begünstigt dagegen Wurzelfäule. Sehr trockene, windige Standorte erhöhen die Bruchgefahr des ohnehin an Astgabeln spröden Holzes. 4
Weit außerhalb seines natürlichen Areals wird der Baum vor allem als eingeführtes Ziergehölz kultiviert. Außerhalb Nordamerikas ist keine invasive Einbürgerung dokumentiert. 6
Lebenszyklus und Vermehrung
Die frühe Blüte vor dem Laubaustrieb macht die Blüten für Bestäuber sofort sichtbar. Tief in der Blüte liegende Nektardrüsen sind nur für langrüsselige Bienen wie Holzbienen erreichbar; kurzrüsselige Bienen gelangen nicht an den Nektar. 4
Nach dem Verblühen entsteht aus jeder Blüte eine flache Hülse. Sie reift von August bis Oktober und enthält braune, elliptische Samen von etwa 6 mm Länge. In der Natur keimen diese langsam. Ein 24-stündiges Einweichen in lauwarmem Wasser mit anschließender dreimonatiger Kaltstratifizierung verbessert in Kultur das Auflaufen deutlich. 5
Für die vegetative Vermehrung werden im Juli und August halb verholzte Stecklinge genommen. Damit bleiben purpurlaubige Sorten und Hängeformen erhalten; Aussaat liefert dagegen variable Nachkommen. 5 2
Nutzen und Risiken
In Einzelstellung, kleinen Gruppen unter größeren Gehölzen oder städtischen Baumreihen dient Cercis canadensis vor allem als Frühlingszierbaum. Geschnittene Blütenzweige lassen sich im Haus vor der natürlichen Blütezeit antreiben. 3
Die leicht säuerlichen Blüten werden roh oder eingelegt gegessen, junge grüne Hülsen wie Zuckerschoten zubereitet. Samen enthalten Saponine, die schlecht aufgenommen und beim Kochen weitgehend zerstört werden. Die Art gilt dadurch insgesamt als essbar; eine umfangreiche Nutzung als Nahrungsmittel ist jedoch nicht dokumentiert. 5
Für Katzen, Hunde oder Pferde wird keine Giftigkeit berichtet. Das Risiko beschränkt sich auf mögliche Verdauungsreizungen nach dem Fressen großer Mengen roher Samen. 4
Bei Stürmen drohen älteren Bäumen Astbrüche, da das Holz an den Gabelungen spröde ist. Die tiefe Pfahlwurzel erschwert außerdem das Umpflanzen älterer Exemplare. 2
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Purpurlaubige Sorten prägen das gärtnerische Angebot. Forest Pansy, ausgezeichnet mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society, trägt rotviolettes Laub, das im Herbst orange und bronzefarben wird. Die gleich gefärbte Hängeform Ruby Falls erhielt dieselbe Auszeichnung 2017. Ergänzend gibt es die weißblühende Alba und Oklahoma, eine tief purpurfarben blühende Auslese aus der Unterart texensis. 2
Ein häufiger Verwechslungspartner ist der europäische Gewöhnliche Judasbaum, Cercis siliquastrum, mit rundlicheren Blättern und dichteren Blütenbüscheln. In Asien nimmt Cercis chinensis eine ähnliche Rolle als Ziergehölz ein. Ohne Etikett hilft zunächst die Blattform: herzförmig und zugespitzt bei Cercis canadensis, runder bei Cercis siliquastrum. Bei verbleibenden Zweifeln klärt erst der wissenschaftliche Name die Artzugehörigkeit. 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Cercis canadensis L.
- Royal Horticultural Society, Cercis canadensis 'Forest Pansy'
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Cercis canadensis
- NC State Extension Gardener Toolbox, Cercis canadensis
- Plants For A Future, Cercis canadensis
- USDA PLANTS Database, Cercis canadensis
- Encyclopaedia Britannica, eastern redbud
- GBIF, Cercis canadensis L.
Häufig gestellte Fragen
Ist Cercis canadensis dieselbe Art wie der Gewöhnliche Judasbaum?
Nein. Cercis canadensis und der europäische Gewöhnliche Judasbaum, Cercis siliquastrum, gehören zur selben Gattung und blühen beide am alten Holz. Es sind jedoch zwei Arten aus unterschiedlichen Herkunftsgebieten.
Ist Cercis canadensis giftig?
Für Katzen, Hunde und Menschen wird keine Giftigkeit berichtet. Rohe Samen enthalten Saponine, die schlecht aufgenommen und beim Kochen weitgehend zerstört werden. Ein Risiko besteht daher vor allem beim Verzehr sehr großer Mengen ungekochter Samen.
Warum erscheinen die Blüten direkt am Stamm?
Dieses Phänomen heißt Kauliflorie. Die Blüten öffnen sich vor dem Laubaustrieb und bleiben für frühe Bestäuber, insbesondere langrüsselige Bienen, gut sichtbar.
Sind die Blüten von Cercis canadensis essbar?
Ja. Die leicht säuerlichen Blüten lassen sich roh oder eingelegt essen. Junge grüne Hülsen werden ähnlich wie Zuckerschoten zubereitet.
Welche purpurlaubigen Sorten sind besonders verbreitet?
Forest Pansy und die Hängeform Ruby Falls dominieren wegen ihres rotvioletten Laubs den Handel. Beide erhielten einen Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society.
Lässt sich ein ausgewachsener Cercis canadensis umpflanzen?
Das ist riskant. Die tiefe, wenig verzweigte Pfahlwurzel wächst nach dem Umpflanzen eines seit Jahren etablierten Baums schlecht wieder an. Besser wird ein junges Exemplar gleich an seinen endgültigen Platz gesetzt.
Woher stammt Cercis canadensis?
Sein natürliches Areal umfasst das östliche und zentrale Nordamerika vom Süden Ontarios bis in den Nordosten Mexikos. Es ist viel größer als Kanada allein, auf das der Artname verweist.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





