Baum-Hasel (Corylus colurna, L. 1753)

Baum-Hasel (Corylus colurna L., 1753) ist ein Baum aus der Familie der Betulaceae, heimisch vom Balkan über Anatolien und den Kaukasus bis zum nördlichen Iran. Anders als die strauchige, Ausläufer bildende Gemeine Hasel entwickelt sie einen einzelnen Stamm mit Korkrinde und eine auffällige pyramidenförmige Krone. Sie stellt geringe Bodenansprüche, verträgt Trockenheit und städtische Luftbelastung und dient als Straßenbaum sowie als Veredelungsunterlage für Fruchthaseln.

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Wissenschaftlicher NameCorylus colurna
GattungCorylus
OrdnungFagales

Baum-Hasel, Türkische Hasel, Türkische Haselnuss, Byzantinische Hasel, Turkish hazel und Turkish filbert

Identität
Toxizität
Ungiftig, keine dokumentierten Risiken für Haustiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
TürkeiIranGeorgienRumänienBulgarienBosnien und Herzegowina
Lebensraum
Bergwälder, oft auf kalkhaltigem Untergrund, bis 1500 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
Winter
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Blüte ab 10–15 Jahren, Nussreife von September bis Oktober
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Tolerierter Temperaturbereich
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, eingewachsen tolerant gegenüber Wind und städtischer Luftbelastung
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Kalkhaltiger Boden, Ton, Schluff oder Sand
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne, verträgt lichten Halbschatten
Außenbereich
Offener Boden, Obstgarten
Erscheinungsbild
Höhe1200–2500 cmBreite800–1500 cm
Blätter
GrünGelb
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbRotGröße5–10 cm
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
BraunGröße1–2 cm
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Baum-Hasel (Corylus colurna): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Corylus colurna reicht vom Balkan über Anatolien und den Kaukasus bis zum nördlichen Iran und umfasst oft kalkhaltige Bergwälder. Außerhalb dieses Gebiets wird die Art in Westeuropa und Nordamerika häufig als Straßenbaum gepflanzt; eine invasive Einbürgerung ist nicht dokumentiert.

  • Heimisch6
  • Eingeführt1
  • Türkei
  • Iran
  • Georgien
  • Rumänien
  • Bulgarien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Baum-Hasel (Corylus colurna L., 1753) ist ein Baum aus der Familie der Betulaceae. Carl von Linné beschrieb sie in seinem Werk Species Plantarum. POWO führt diesen Namen als akzeptierten Namen innerhalb der Gattung Corylus. 1 8

Die Bezeichnung Byzantinische Hasel verweist auf den Einführungsweg der Art nach Westeuropa im 16. Jahrhundert, nicht auf eine Herkunft vom Bosporus. Samen aus Konstantinopel wurden bereits in den 1560er-Jahren in Wien kultiviert, bevor die Art England erreichte. Auch die Namen Türkische Hasel und Türkische Haselnuss nehmen auf diesen historischen Zusammenhang Bezug. 7 5

Erkennung

Anders als die strauchige, Ausläufer bildende Gemeine Hasel entwickelt Corylus colurna einen einzelnen Stamm und zunächst eine schmale pyramidenförmige Krone, die im Alter runder wird. Üblich sind 12 bis 25 m Höhe; Rekordbäume überschreiten 30 m, und bei hundertjährigen Exemplaren kann der Stammumfang annähernd 1,3 m erreichen. 5 3

An der dicken, graubeigen Borke fällt die korkige, rissige Struktur auf, die innerhalb der Gattung Corylus einzigartig ist und stellenweise an die Korkeiche erinnert. Sie ermöglicht die Bestimmung auch ohne Laub. Die rundlichen bis eiförmigen Blätter sind 6 bis 15 cm lang, doppelt gesägt und beidseitig flaumig behaart, mit deutlich herzförmigem Grund und einer abrupt ausgezogenen Spitze. 5 3

Bereits im Februar, vor dem Laubaustrieb, öffnen sich die hellgelben männlichen Kätzchen von 5 bis 10 cm Länge. Damit gehört die Baum-Hasel zu den frühesten Blühern des Jahres. Die späteren Früchte stehen zu 2 bis 8 zusammen in einer borstigen, gefransten, 3 bis 4 cm großen Hülle, die viel stärker zerteilt ist als bei der Gemeinen Hasel. 2 5

Nützliche Taxonomie

Unterhalb der Art Corylus colurna erkennt POWO keine infraspezifischen Varietäten an. Der akzeptierte Name umfasst die gesamte beobachtete Variation vom Balkan bis zum nördlichen Iran. Die verwandte Corylus jacquemontii, lange als bloße Varietät von C. colurna behandelt, wird heute getrennt und kommt nur in Himalayawäldern vor. 1 8

Durch spontane Kreuzung mit der Gemeinen Hasel entsteht Corylus × colurnoides. Der Züchter Jack Gellatly entdeckte sie unter seinen Sämlingen von Corylus colurna in British Columbia und nannte sie „Trazel“. Zwei Klone aus diesem Programm, 'Newberg' und 'Dundee', wurden 1990 von der Oregon State University verbreitet. Auf ihnen veredelte Fruchtsorten von Corylus avellana erhalten eine Wurzelunterlage, die die Bildung von Ausläufern verhindert; bei der Gemeinen Hasel auf eigenen Wurzeln ist dies anders. 6

Lebensraum und Verbreitung

Vom Balkan über Anatolien und den Kaukasus bis zum nördlichen Iran erstreckt sich das natürliche Areal von Corylus colurna. Dazu gehören unter anderem Vorkommen in der Türkei, Georgien, Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Dort wächst die Art in Bergwäldern, häufig auf Kalk, bis auf 1500 m Höhe. 5 7

Nach der IUCN gilt die Art als nicht gefährdet (LC). Nur für die russische Kaukasuspopulation wird ein Rückgang gemeldet; weltweit ist keine größere Bedrohung bekannt. Außerhalb ihres Ursprungsgebiets wird die Baum-Hasel in Westeuropa und Nordamerika häufig als Straßenbaum gepflanzt, ohne dokumentierte invasive Einbürgerung. 9 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Bei der einhäusigen Baum-Hasel stehen hellgelbe männliche Kätzchen neben unscheinbaren weiblichen Blüten, von denen nur rote Griffel auffallen. Die frühe Blüte setzt die Kätzchen Spätfrösten Ende Februar oder im März aus; für einen eingewachsenen erwachsenen Baum bleibt ein solcher Vorfall ohne Folgen. 2 3

Für die Aussaat ist eine zweifache Stratifikation, zunächst warm und dann kalt, nötig. Am besten gelingt sie mit Samen, die gleich nach der Herbsternte in die Erde kommen. Der Sämling entwickelt rasch eine tiefe Pfahlwurzel, die beim Roden in der Baumschule beschädigt wird; bereits im Freiland etablierte Bäume wachsen nach dem Verpflanzen deshalb schlecht an. Sämlinge blühen selten vor 10 bis 15 Jahren. Die Nüsse reifen von September bis Oktober und besitzen eine 2 bis 3 mm dicke Schale, deutlich härter als die der Gemeinen Hasel. 4 8

Nutzen und Risiken

Als Veredelungsunterlage hat die Art ihre wichtigste gärtnerische Bedeutung. Die Faserwurzeln von Corylus colurna verhindern die Ausläuferbildung, die bei der Gemeinen Hasel mit ständig neu austreibenden Schösslingen am Stammfuß ein dauerhaftes Problem ist. Eine auf diese Unterlage veredelte Fruchtsorte von Corylus avellana wächst daher als einstämmiger Baum und lässt sich leichter beernten als ein ausläufertreibender Strauch. Diese Praxis ist unter anderem aus Serbien dokumentiert. 11 5

Stadtpflanzungen nutzen die regelmäßige pyramidenförmige Krone und die Toleranz gegenüber Bodenverdichtung, Trockenheit und Luftbelastung. Das feste, mäßig harte Holz eignet sich auch für Tischlerei und Drechselarbeiten, wobei diese Nutzung gegenüber der als Veredelungsunterlage zweitrangig bleibt. Plants For A Future nennt keine bekannten Risiken für die Art. Wie bei allen Nüssen kann ein Übermaß an Schalen bei Haustieren Verdauungsbeschwerden verursachen. 3 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Gärtnerisch bedeutsam ist vor allem die Hybride Corylus × colurnoides, deren Früchte größer und qualitativ besser sind als die der reinen Art. Ihre Klone 'Newberg' und 'Dundee' erwiesen sich in Nordamerika jedoch als sehr anfällig für bakterielles Haselsterben, was ihre kommerzielle Verbreitung begrenzte. 6 10

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen vor allem mit folgenden Arten:

  • der Gemeinen Hasel (Corylus avellana), einem ausläufertreibenden Strauch mit weniger Früchten pro Fruchtstand;
  • Corylus chinensis, einer weiteren baumförmigen Hasel aus Ostasien mit ebenfalls abblätternder Borke;
  • Corylus jacquemontii, einer Himalayaart, die früher mit C. colurna verwechselt wurde.

Einstämmiger Baumwuchs, korkige Borke und fehlende Wurzelausläufer sind im Gelände die zuverlässigsten Merkmale zur Abgrenzung von der Gemeinen Hasel. 8

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Sind die Nüsse der Baum-Hasel essbar?

Ja, die Nüsse sind roh oder geröstet essbar und schmecken ähnlich wie die der Gemeinen Hasel. Ihre dickere, 2 bis 3 mm starke Schale macht die kommerzielle Nutzung jedoch unbedeutend.

Warum dient die Baum-Hasel als Veredelungsunterlage?

Ihre Faserwurzeln bilden anders als die der Gemeinen Hasel keine Ausläufer. Wird eine Fruchtsorte von Corylus avellana auf Corylus colurna veredelt, entsteht ein einstämmiger Baum, der leichter zu beernten ist als ein Strauch.

Wie unterscheidet sich die Baum-Hasel von der Gemeinen Hasel?

Die Baum-Hasel wächst einstämmig mit Korkrinde und pyramidenförmiger Krone. Die Gemeine Hasel bleibt dagegen strauchig und bildet Ausläufer. Bei der Baum-Hasel stehen auch mehr Früchte in einem Fruchtstand.

Ist die Baum-Hasel für Tiere giftig?

Nein. Plants For A Future nennt keine bekannten Risiken für diese Art. Wie bei allen Nüssen kann übermäßiger Verzehr bei Haustieren Verdauungsbeschwerden auslösen.

Eignet sich die Baum-Hasel für die Stadt?

Ja, darin liegt einer ihrer wichtigsten Verwendungszwecke. Ihre regelmäßige pyramidenförmige Krone und ihre Toleranz gegenüber verdichtetem Boden und Luftbelastung machen sie in Europa und Nordamerika zu einem häufigen Straßenbaum.

Woher kommt der Name Byzantinische Hasel?

Er erinnert an den Einführungsweg nach Westeuropa im 16. Jahrhundert über Samen aus Konstantinopel und bezeichnet keinen botanischen Ursprung am Bosporus.

Warum lässt sich die Baum-Hasel schwer verpflanzen?

Die Baum-Hasel bildet schon jung eine tiefe Pfahlwurzel. Beim Roden in der Baumschule wird sie oft beschädigt, weshalb größere verpflanzte Bäume schlecht anwachsen können.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.