Sicheltanne (Cryptomeria japonica, )
Sicheltanne (Cryptomeria japonica) ist ein großer immergrüner Nadelbaum der Zypressengewächse (Cupressaceae) aus Japan und die einzige lebende Art ihrer Gattung. Kennzeichnend sind ihre faserige, in langen Streifen ablösende Rinde, die sichelförmig gebogenen, pfriemlichen Nadeln und die schlanke Kegelform. In Japan und auf den Azoren wird sie in großem Umfang als Forstbaum gepflanzt.
WeiterlesenSicheltanne, Japanische Zeder, Sugi, Japanese cedar und Japanese redwood






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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Cryptomeria japonica umfasst Japan von Kyushu bis ins nördliche Honshu unterhalb von 400 m. Plants of the World Online zählt auch eine chinesische Population von Sichuan bis ins nordwestliche Zhejiang in 1 100 bis 2 500 m Höhe dazu; ob sie ursprünglich heimisch oder eingeführt ist, bleibt unter Autoren umstritten. Außerhalb dieses Gebietes wird die Art vielfach als Forst- und Zierbaum kultiviert.
- Heimisch2
- Eingeführt3
- Japan
- China
- Portugal (Azoren)
- Réunion
- Madagaskar
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Sicheltanne (Cryptomeria japonica (Thunb. ex L.f.) D.Don, 1838), auch Japanische Zeder genannt, ist ein Nadelbaum der Zypressengewächse (Cupressaceae) und die einzige lebende Art der Gattung Cryptomeria. In Japan heißt sie Sugi und zählt zu den am häufigsten gepflanzten Forstbäumen des Landes. 1 7
Der englische Name Japanese cedar führt leicht in die Irre: Der Baum gehört nicht zur Gattung Cedrus, den echten Zedern innerhalb der Kieferngewächse (Pinaceae). Er gehört zu einer anderen Linie der Cupressaceae und steht der Sumpfzypresse (Taxodium distichum) näher als den Zedern des Mittelmeerraums oder des Himalaya. Auch der Name Japanese redwood bezeichnet diesen Baum. 4
Aus dem Griechischen kryptos (verborgen) und meris (Teil) entstand der Gattungsname, der auf die unter den Zapfenschuppen eingeschlossenen Samen verweist. Die vollständige botanische Beschreibung veröffentlichte der britische Naturforscher David Don im Jahr 1838 anhand von Material, das ursprünglich Thunberg gesammelt hatte. 1
Erkennung
Als großer, raschwüchsiger Nadelbaum bildet Cryptomeria japonica eine schmale kegelförmige Krone. In ihrem Herkunftsgebiet erreicht sie gewöhnlich 25 bis 40 m, außergewöhnliche Bäume über 50 m und die höchsten gemessenen Exemplare bis zu 65 m. Der Stamm kann dann mehr als 3 m Durchmesser erreichen. 4
Rotbraune, faserige Rinde löst sich in langen senkrechten Streifen ab; ein Merkmal mehrerer Cupressaceae, das hier besonders ausgeprägt ist. Die pfriemlichen, sichelförmig gebogenen Nadeln sind etwa 0,7 bis 1,4 cm lang und stehen dicht spiralig um den Zweig. Sie bleiben 4 bis 5 Jahre am Baum und werden im Winter bei der Wildform wie bei mehreren Sorten häufig bronze- bis rötlich. 4 6
Die kleinen, kugeligen weiblichen Zapfen messen 0,9 bis 1,6 cm, gelegentlich bis 2,5 cm im Durchmesser und besitzen 20 bis 30 zugespitzte Schuppen. Bereits im Herbst ihres ersten Jahres reifen sie braun aus, während die Zapfen vieler anderer Nadelbäume mehrere Jahre benötigen. 4
Nützliche Taxonomie
Plants of the World Online zählt zum natürlichen Areal das mittlere und südliche Japan, von Kyushu bis ins nördliche Honshu in Höhen bis 400 m, sowie eine chinesische Population von Sichuan bis ins nordwestliche Zhejiang auf 1 100 bis 2 500 m. Der Status dieser teils als Cryptomeria japonica var. sinensis Miq. bezeichneten Population bleibt umstritten: Mehrere Arbeiten sehen darin eine frühe, mit buddhistischer Kultur verbundene Einführung statt eines natürlichen Vorkommens. 1 4
Mit nur einer lebenden Art ist die Gattung Cryptomeria monotypisch und besitzt keine heute lebende Schwesterart innerhalb der Gattung. Ist die Gattung erkannt, erleichtert dies die Bestimmung. Verwechslungen betreffen daher vor allem andere Gattungen wie Cedrus, Taxodium und manche ebenfalls immergrünen, kegelförmigen Chamaecyparis. 1
Lebensraum und Verbreitung
In Japans feuchten gemäßigten Berg- und Vorgebirgswäldern wächst Cryptomeria japonica in Rein- oder Mischbeständen, fast immer unter 400 m. Sie prägt auch die ausgedehnten Forstpflanzungen des Landes: Nach dem Zweiten Weltkrieg pflanzte der japanische Staat sie großflächig, um die stark dezimierten Waldbestände wieder aufzubauen. 4 7
Außerhalb Japans wurde die Sicheltanne zur Holzgewinnung und als Zierbaum eingeführt und vielfach angebaut. Auf den Azoren stellt sie heute einen bedeutenden Anteil der Wirtschaftswälder. Weitere Vorkommen liegen auf Réunion, Madagaskar sowie in mehreren Ländern Europas und des gemäßigten Asiens. 7
Auf der Insel Yakushima stehen die ältesten dokumentierten Bäume. Der Jōmon Sugi besitzt einen Stamm von 5,2 m Durchmesser bei 25,3 m Höhe. Eine Radiokarbondatierung deutet auf etwa 3 000 Jahre hin, eine umstrittene Angabe. An einer im Forstamt Shimoyaku aufbewahrten Stammscheibe lassen sich dagegen unmittelbar 1 776 Jahresringe zählen. 4
Lebenszyklus und Vermehrung
Bei der einhäusigen Sicheltanne trägt jeder Baum getrennte männliche und weibliche Zapfen. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind im Spätwinter und zeitigen Frühjahr. Männliche Zapfen stehen in kleinen endständigen Gruppen von 6 bis 35 Einzelzapfen und wechseln bei der Reife von Pflaumenrot zu Gelb. 4 5
Anders als bei vielen Nadelbäumen mit zweijähriger Zapfenreife werden die weiblichen Zapfen von C. japonica schon im ersten Herbst reif, braun und geben ihre Samen frei. Junge Bäume wachsen rasch um mehrere Dutzend Zentimeter jährlich, was ihren umfangreichen Einsatz in der Forstwirtschaft erklärt. 4 5
Für die gärtnerische Vermehrung werden Samen nach zwei bis drei Wochen Kältestratifikation ausgesät oder im Herbst Zweigstecklinge im kalten Frühbeet bewurzelt. Nur die Stecklingsvermehrung gewährleistet eine sortenechte Vermehrung von Zwergformen und Sorten mit gefärbten Nadeln. 5
Nutzen und Risiken
Leichtes, aromatisches, feinfaseriges und von Natur aus fäulnisbeständiges Holz dient seit Jahrhunderten zum Bau von Gebäuden, Brücken, Booten und Möbeln. Bis heute gehört es in Japan zu den meistverwendeten Bauhölzern. 4 5
Rund um Tempel und Schreine wird die Sicheltanne traditionell gepflanzt; sehr alte Exemplare werden dort mitunter als heilige Bäume verehrt. Sie gilt zudem als nationales Symbol Japans. Ihre Häufigkeit im städtischen Raum hat jedoch eine dokumentierte Kehrseite: Sugi-Pollen gehören in Japan zu den Hauptursachen saisonalen allergischen Schnupfens, einem Gesundheitsproblem im Zusammenhang mit den großflächigen Aufforstungen der Nachkriegszeit. 7
Für Katzen und Hunde wird Cryptomeria japonica nach den vorliegenden Angaben nicht als gefährliche Giftpflanze eingestuft; sie erscheint nicht auf den Giftpflanzenlisten der ASPCA. Das dokumentierte Risiko betrifft eher Reaktionen als Vergiftungen: Pollenallergien oder seltener Kontaktdermatitis durch das Harz. 8
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Unter den zahlreichen Zwergformen und Sorten mit gefärbten Nadeln tragen mehrere den Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society. Elegans behält lebenslang weiche Jugendnadeln, die im Winter bronzefarben werden. Sekkan-sugi bildet im Frühjahr goldgelbe junge Triebe; Globosa Nana und Vilmoriniana wachsen zu sehr langsam wachsenden Zwergkugeln für den Steingarten heran. 2 3
Verwechselt wird die Sicheltanne vor allem mit echten Zedern der Gattung Cedrus, deren Nadeln in Büscheln statt spiralig stehen, mit der sommergrünen Sumpfzypresse Taxodium distichum und mit manchen Chamaecyparis, die flache Schuppenblätter statt gebogener Pfriemnadeln tragen. Die schmale Kegelform und die in langen Streifen ablösende Rinde bleiben die verlässlichsten Bestimmungsmerkmale im Gelände. 4
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Cryptomeria japonica (Thunb. ex L.f.) D.Don
- Royal Horticultural Society, Cryptomeria japonica Bandai-sugi
- Royal Horticultural Society, AGM-Liste der Zierpflanzen (Sorten von Cryptomeria japonica)
- The Gymnosperm Database, Cryptomeria japonica
- Plants For A Future, Cryptomeria japonica
- NC State Extension, Cryptomeria japonica (Japanische Zeder)
- Encyclopaedia Britannica, Japanische Zeder
- ASPCA, Liste giftiger und ungiftiger Pflanzen für Katzen
Häufig gestellte Fragen
Ist die Sicheltanne eine echte Zeder?
Nein. Cryptomeria japonica gehört zu den Zypressengewächsen (Cupressaceae), nicht zu den Kieferngewächsen (Pinaceae) mit den echten Zedern der Gattung Cedrus. Japanese cedar ist ein gebräuchlicher Name und keine botanische Einordnung.
Ist die Sicheltanne für Katzen und Hunde giftig?
Die Art wird nach den vorliegenden Angaben nicht zu den Giftpflanzen für übliche Haustiere gezählt und erscheint nicht auf den Giftpflanzenlisten der ASPCA. Das dokumentierte Risiko betrifft vor allem Pollenallergien.
Kommt die Sicheltanne auch in China vor?
Plants of the World Online erkennt eine chinesische Population von Sichuan bis ins nordwestliche Zhejiang an. Ob sie heimisch oder eingeführt ist, bleibt umstritten; mehrere Studien bringen sie mit einer frühen Einführung im Zusammenhang mit buddhistischer Kultur in Verbindung.
Wie groß wird eine ausgewachsene Sicheltanne?
Im Herkunftsgebiet erreicht der Baum gewöhnlich 25 bis 40 m. Außergewöhnliche Exemplare werden über 50 m hoch, die höchsten gemessenen Bäume bis zu 65 m. In Parks und Gärten bleibt die Größe meist geringer.
Warum werden die Nadeln im Winter braun?
Eine bronzefarbene Winterfärbung ist bei der Wildform und mehreren Sorten wie Elegans normal. Stärkere Verbräunung weist eher auf austrocknende Kälte, starken Wind oder einen zu ungeschützten Standort bei trockenem Boden hin.
Wie unterscheidet sich Cryptomeria japonica von Cedrus und Taxodium?
Echte Zedern tragen ihre Nadeln in Büscheln statt spiralig. Die Sumpfzypresse (Taxodium distichum) verliert im Winter ihre Nadeln, anders als die Sicheltanne. Die faserige, in langen Streifen ablösende Rinde ist im Gelände das verlässlichste Merkmal.
Eignet sich die Sicheltanne für einen kleinen Garten?
Die Wildform braucht im Alter viel freien Raum. Für kleine Gärten bieten Zwergsorten wie Globosa Nana und Vilmoriniana eine kompakte, deutlich langsamer wachsende Alternative.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.



