Teff (Eragrostis tef, (Zuccagni) Trotter 1918)

Teff (Eragrostis tef) ist ein einjähriges Getreide der Süßgräser (Poaceae) aus dem Hochland Nordäthiopiens und Eritreas. Seit Jahrtausenden wegen seiner winzigen glutenfreien Körner angebaut, liefert es die Grundlage für Injera. Trotz geringer Erträge und ausgeprägter Lagerneigung zählt es zu den wichtigsten Getreiden am Horn von Afrika.

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Wissenschaftlicher NameEragrostis tef
GattungEragrostis
OrdnungPoales

Teff, Tef, Zwerghirse, Williams lovegrass und Teff grass

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Einjährige Kräuterpflanze
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Einjährig
Herkunft
ÄthiopienEritreaJemen
Lebensraum
Hochlandwiesen und Felder (1800–2100 m), tonige Vertisole bis durchlässige Sandböden
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
HerbstWinter
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Ernte 93 bis 130 Tage nach Aussaat, sobald vegetative Teile vergilben
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Windverträglichkeit
Gering, gegen Zyklusende lageranfällig bei Wind und Regen
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Bodenarten
Ton, Schluff oder Sand, Ackerboden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Volle Sonne; Blüte reagiert auf die Tageslänge
Außenbereich
Offener Boden, Beet in voller Sonne
Erscheinungsbild
Höhe25–135 cm
Blätter
Grün
Blüten
GrünViolettGröße0.4–0.9 cm
Teff (Eragrostis tef): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Teff (Eragrostis tef): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Früchte
WeißBraunGröße0.1–0.15 cm
Wuchsform
Teff (Eragrostis tef): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das ursprüngliche Areal von Eragrostis tef liegt im Hochland Nordäthiopiens und Eritreas und reicht nach POWO/WCVP bis auf die Arabische Halbinsel. Der Anbau verbreitete sich weit über das Horn von Afrika hinaus, als glutenfreies Spezialgetreide oder schnell wachsendes Sommerfutter.

  • Heimisch3
  • Äthiopien
  • Eritrea
  • Jemen

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Teff (Eragrostis tef (Zuccagni) Trotter, 1918), auch Tef oder Zwerghirse, ist ein einjähriges Getreide der Familie Poaceae. Seit Jahrtausenden wird es im Hochland Äthiopiens und Eritreas angebaut. 1 2

Als Ursprung des Namens gilt vermutlich das amharische teffa, „verloren“. Das dürfte auf die winzigen Körner anspielen: Bereits eine Handvoll Saatgut reicht aus, um ein ganzes Feld zu bestellen. 2

Mehrere Hundert grasartige Arten gehören zur Gattung Eragrostis. Ihr englischer Sammelname lovegrass verbindet griechisch eros für Liebe und agrostis für Gras. Die meisten Arten wachsen wild oder dienen als Futtergras; nur Eragrostis tef wird in großem Maßstab zur Körnergewinnung angebaut. 4

Erkennung

Feine, dicht bestockte Halme erreichen bei Eragrostis tef je nach Anbaubedingungen 25 bis 135 cm. Zahlreiche Bestockungstriebe entspringen einem oberflächennahen, reich gegliederten Wurzelstock. Die breite statt tiefe Durchwurzelung erklärt die Toleranz gegenüber Trockenheit und zeitweiliger Vernässung. 2

Die 10 bis 65 cm lange Rispe kann locker und überhängend oder bei sogenannten spiciformen Formen kompakt und aufrecht sein. Jede Rispe trägt 30 bis 1.100 Ährchen, die jeweils 4 bis 9 mm lang werden. 5

Mit nur 1 bis 1,5 mm Länge und weniger als einem Millimeter Durchmesser zählt das Korn, die Karyopse, zu den kleinsten weltweit angebauten Samen. Handelschargen reichen farblich von Elfenbeinweiß bis Dunkelrotbraun. 5 8

Nützliche Taxonomie

POWO und WCVP erkennen Eragrostis tef (Zuccagni) Trotter an. Alessandro Trotter veröffentlichte diese Kombination 1918 auf Grundlage des bereits 1775 beschriebenen Basionyms Poa tef Zuccagni. 1 5

Die Synonyme spiegeln diese Namensgeschichte wider:

  • Poa tef Zuccagni, das ursprüngliche Basionym von 1775;
  • Eragrostis abyssinica (Jacq.) Link, lange parallel verwendet;
  • Eragrostis pilosa var. tef (Zuccagni) Fiori, eine Zuordnung zur nah verwandten Wildart;
  • Eragrostis tef subsp. spiciformis (Serp.) Portal & H.Scholz, die Form mit kompakter Rispe.

Die 2014 veröffentlichte vollständige Genomsequenz bestätigte Eragrostis pilosa als wilden Vorfahren der Kulturpflanze und eröffnete Möglichkeiten zur Züchtung gegen Lager. Beim Saatgutkauf bleibt Eragrostis tef die maßgebliche Bezeichnung; die genetische Verwandtschaft macht Eragrostis pilosa nicht zum gleichwertigen Handelsgut. 4

Lebensraum und Verbreitung

Im ostafrikanischen Hochland Nordäthiopiens und Eritreas liegt das ursprüngliche Areal, das nach WCVP bis auf die Arabische Halbinsel reicht. Die höchsten Erträge werden in 1.800 bis 2.100 m Höhe bei 450 bis 550 mm saisonalem Niederschlag und 10 bis 27 °C erzielt. Unterhalb dieser Temperaturschwelle im Boden scheitert die Keimung und ein gleichmäßiges Auflaufen bleibt aus. 1 2

Über das Horn von Afrika hinaus gelangte Teff unter anderem in die USA, besonders nach Idaho und Montana, sowie nach Australien, Indien und Israel. Dort dient er häufig als Futterpflanze oder glutenfreies Spezialgetreide. 6 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Überwiegende Selbstbestäubung prägt die zwittrigen Blüten des Teffs. Dadurch bleiben die örtlichen Linien von einer Anbausaison zur nächsten vergleichsweise stabil. 5

Oberflächlich oder höchstens 1 cm tief wird Teff ausgesät, denn tiefer abgelegte Körner laufen schlecht auf. Üblich sind 15 bis 50 kg/ha Saatgut. Bei Bodentemperaturen über 10 °C erfolgt die Keimung 3 bis 12 Tage nach der Aussaat. 2

Sobald die vegetativen Teile vergilben, beginnt nach 93 bis 130 Tagen die Ernte. Danach lösen sich reife Körner leicht aus der Rispe. Eine verspätete Ernte verursacht vor allem bei Wind und Regen Verluste durch Ausfallen der Körner. 2

Nutzen und Risiken

Für Injera, das fermentierte Fladenbrot des äthiopischen und eritreischen Alltags, und das traditionelle Bier t’ella liefert Teff den Grundstoff. Die glutenfreien Körner sind für entsprechende Ernährungsweisen gefragt; ihr Ballaststoff- und Eisengehalt übertrifft häufig den verbreiteter Getreidearten. 2

Als giftig verzeichnet ist Teff nicht, weder für Katzen, Hunde und Pferde noch für Menschen. Es handelt sich um ein übliches Nahrungsgetreide. Ein dokumentierter Allergiefall betraf einen Beschäftigten eines Lebensmittelbetriebs nach wiederholtem Kontakt mit Mehl. Brennen im Mund und eine geschwollene Zunge traten innerhalb von fünf Minuten auf. 7

Im Anbau bleibt Lager ein wichtiger Schwachpunkt: Übermäßiger Stickstoff und starker Regen gegen Zyklusende legen die rispentragenden Halme um. Die Tefffliege Atherigona hyalinipennis befällt die Blütenstände direkt und verursacht auf einzelnen äthiopischen Flächen Schäden an bis zu 58 % der Rispen. 2 10

Ein niederländisches Unternehmen erhielt 2007 Patente auf die Verarbeitung von Teffmehl. Trotz jahrtausendelangen örtlichen Anbaus blockierten diese den Export in mehrere europäische Märkte. Ein Gericht in Den Haag erklärte die niederländischen Patente schließlich wegen fehlender erfinderischer Tätigkeit für ungültig. 9

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Der äthiopische Handel unterscheidet vier standardisierte Kornfarbklassen: magna (sehr weiß), nech (weiß), key (rot) und sergegna (weiß-rote Mischung). Weißer Teff ist auf dem Binnenmarkt am gefragtesten. Roter Teff, dem höhere Polyphenolgehalte zugeschrieben werden, wird bei ernährungsbewussten Verbrauchern beliebter. 8

Ähnliche Gräser derselben Gattung können mit Teff verwechselt werden:

  • Eragrostis pilosa, der wahrscheinliche wilde Vorfahr, besitzt kleinere Ährchen und Körner;
  • Eragrostis cilianensis, eine in gemäßigten Gebieten weit verbreitete einjährige Art, wächst ähnlich, hat jedoch anders beschaffene Körner.

Der allgemeine horstige Wuchs reicht zur Unterscheidung dieser nahen Verwandten nicht aus. Entscheidend ist der direkte Kornvergleich zusammen mit dem wissenschaftlichen Namen. 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Teff glutenfrei?

Ja. Teff enthält kein Gluten und ist deshalb für eine glutenfreie Ernährung gefragt. Sein Ballaststoff- und Eisengehalt liegt häufig über dem gängiger Getreidearten.

Warum sind Teffkörner so klein?

Die Karyopse wird nur 1 bis 1,5 mm lang. Das erleichtert die Aussaat von Hand, macht Ernte und Reinigung aber schwieriger als bei den meisten Getreiden.

Ist Teff für Katzen oder Hunde giftig?

Nein. Teff ist für Katzen, Hunde, Pferde und Menschen nicht als giftig verzeichnet. Dokumentiert ist ein einzelner Fall einer Nahrungsmittelallergie bei einem Erwachsenen mit wiederholtem Mehlkontakt.

Was hat es mit den niederländischen Teffpatenten auf sich?

2007 erhielt ein niederländisches Unternehmen Patente auf die Verarbeitung von Teffmehl, die den Export des Getreides in mehrere europäische Märkte blockierten. Ein Gericht in Den Haag erklärte diese Patente später wegen fehlender erfinderischer Tätigkeit für ungültig.

Lässt sich Teff außerhalb Äthiopiens anbauen?

Ja. Teff wird unter anderem in den USA, Australien, Indien und Israel angebaut, häufig als schnell wachsendes Sommerfutter oder glutenfreies Spezialgetreide.

Wie unterscheidet man Teff von anderen Eragrostis-Arten?

Am zuverlässigsten sind der direkte Vergleich von Korn und Rispe. Eragrostis pilosa, der wahrscheinliche wilde Vorfahr, und Eragrostis cilianensis wachsen ähnlich, besitzen aber andere Körner.

Welche Schädlinge und Schäden sind bei Teff wichtig?

Die Tefffliege Atherigona hyalinipennis verursacht in einzelnen äthiopischen Feldern Schäden an bis zu 58 % der Rispen. Lager infolge von zu viel Stickstoff und Wind ist der zweite wesentliche Ertragsverlustfaktor.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.