Südseemyrte (Leptospermum scoparium, )
Südseemyrte (Leptospermum scoparium) ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae), heimisch in Neuseeland und im Südosten Australiens. Die weißen, fünfzähligen Blüten, bei Sorten auch rosa oder rot, öffnen sich im Frühjahr und Sommer und liefern den Nektar für den bekannten Manuka-Honig.
WeiterlesenSüdseemyrte, Manuka, Neuseelandmyrte, Broom tea-tree und Mānuka
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Leptospermum scoparium umfasst Neuseeland von der Nord- und Südinsel bis Stewart Island und zu den Chathaminseln sowie den Südosten Australiens. Außerhalb dieses Gebiets wird die Art weithin als Ziergehölz und zur Honiggewinnung angebaut. Sie hat sich in mehreren tropischen Regionen eingebürgert, darunter auf Hawaii, wo sie als invasiv gilt.
- Heimisch2
- Eingeführt1
- Invasiv1
- Neuseeland
- Australien
- Südafrika
- Hawaii
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Südseemyrte (Leptospermum scoparium J.R.Forst. & G.Forst., 1776), auch Manuka, Mānuka oder Neuseelandmyrte genannt, ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum der Gattung Leptospermum aus der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Ihren wissenschaftlichen Namen verdankt sie Johann Reinhold Forster und Georg Forster. Die beiden Naturforscher beschrieben die Art 1776 während der zweiten Pazifikreise von Kapitän Cook. 1
Cooks Mannschaft brühte das aromatische Laub bei dieser Expedition als Teeersatz auf, weil echter Tee fehlte. Darauf geht der englische Name tea tree zurück. Manuka stammt dagegen aus dem Māori und bleibt in Gartenliteratur und Wissenschaft eindeutiger als die wechselnd verwendeten englischen Namen tea tree und Broom tea-tree, die auch zu Verwechslungen mit anderen Myrtengewächsen führen. 7 6
Erkennung
Als dichtes, aufrechtes Gehölz erreicht Leptospermum scoparium in Gärten meist 50 cm bis 2,5 m, an günstigen Wildstandorten dagegen bis 10 m. Die rotbraune Rinde löst sich in dünnen, papierartigen Streifen ab. Sie unterscheidet sich damit deutlich von den längeren, zäheren Rindenstreifen des verwandten Kānuka. 5 7
Die kleinen, wechselständigen Blätter sind weniger als 2 cm lang, lanzettlich und ledrig. Ihre Spitze sticht; beim Zerreiben verströmen sie einen deutlichen aromatischen Geruch. Die einzeln stehenden Blüten sind bei der Wildform weiß, bei zahlreichen Sorten rosa oder rot. Sie öffnen sich im Frühjahr und Sommer und bestehen aus fünf rundlichen Kronblättern um die oft dunkelrot getönten zentralen Staubblätter. 2 7
Nach der Blüte bleiben die verholzten Kapseln der Südseemyrte über mehrere Saisons geschlossen an den Zweigen haften. Kānuka-Kapseln öffnen sich dagegen und fallen innerhalb weniger Monate ab. Dieser lange Verbleib der Kapseln an der Pflanze ist im Gelände das zuverlässigste Trennmerkmal, deutlicher als Blattform oder Blütenfarbe. 7
Nützliche Taxonomie
Unter Leptospermum scoparium J.R.Forst. & G.Forst. führt POWO/WCVP den akzeptierten Namen. Für die Art wurden ungewöhnlich viele infraspezifische Formen beschrieben, die heute fast sämtlich als Synonyme gelten:
- Leptospermum scoparium var. incanum Cockayne (historisches Synonym)
- Leptospermum scoparium var. eximea B.L.Burtt (historisches Synonym)
- Leptospermum scoparium f. angustifolium Miq. (historisches Synonym)
- Leptospermum rotundifolium var. scoparium Maiden & Betche (historisches Synonym)
- Leptospermum myrtifolium W.T.Aiton (historisches Synonym)
Neuseeländische und australische Formen wurden lange als getrennte Populationen beiderseits der Tasmansee behandelt. POWO fasst sie heute trotz dokumentierter Unterschiede zwischen den beiden Gebieten unter einem einzigen Binomen zusammen. Der verlässliche Bezugspunkt bleibt deshalb der akzeptierte wissenschaftliche Name Leptospermum scoparium. 1
Lebensraum und Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Südseemyrte umfasst Neuseeland von der Nord- und Südinsel bis Stewart Island und zu den Chathaminseln sowie den Südosten Australiens. Dort besiedelt sie Küstenheiden, Moore, Flussufer und nährstoffarme Böden von Meereshöhe bis auf 1.800 m. 7 1
In Neuseeland wirkt die Südseemyrte nach Bränden, Rodungen oder Erdrutschen als Pioniergehölz. Innerhalb weniger Jahre besiedelt sie offene Böden. Ihr Schatten schafft anschließend geschützte Bedingungen, unter denen langsam wachsende Waldbäume aufkommen können. Diesen überlässt sie nach und nach den Platz. 7
Durch den Anbau als Ziergehölz und zur Honiggewinnung gelangte die Südseemyrte über ihr Ursprungsgebiet hinaus. Sie hat sich unter anderem auf Hawaii eingebürgert und gilt dort als invasiv. In Frankreich und im Vereinigten Königreich bleibt sie dagegen auf Gärten beschränkt; eine spontane Einbürgerung ist dort bislang nicht dokumentiert. 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Die Blüte der Südseemyrte fällt in Frühjahr und Sommer, in Gärten der Nordhalbkugel in die Monate Mai bis Juli. Die nektarreichen Blüten ziehen viele verschiedene Bienen und andere bestäubende Insekten an. Bienen sammeln den Nektar und erzeugen daraus Manuka-Honig. 2
Seinen Ruf verdankt Manuka-Honig dem hohen Gehalt an Methylglyoxal, einer antibakteriellen Verbindung. Sie entsteht durch natürliche Umwandlung der im Nektar enthaltenen Dihydroxyaceton-Verbindung. Die je nach Ernte stark schwankende Konzentration bestimmt die Einstufung im kommerziellen Bewertungssystem Unique Manuka Factor. 8
Die Vermehrung der Südseemyrte erfolgt hauptsächlich durch Aussaat oder durch Stecklinge von halb verholzten Zweigen, die im Spätsommer geschnitten werden. Ihre winzigen, zahlreichen Samen bleiben vor der Freisetzung mehrere Jahre in den holzigen Kapseln keimfähig. 6
Nutzen und Risiken
Neben Honig liefert die Südseemyrte ein ätherisches Öl, dessen antibakterielle Eigenschaften untersucht werden. Es wird in Kosmetik und Aromatherapie verwendet. Das harte, rötliche Holz nutzten die Māori traditionell für Paddel, Waffen und Baupfosten; die wasserabweisende Rinde diente als Dachdeckung. 7
Für Katzen, Hunde und Pferde ist die Südseemyrte nicht als giftig gelistet. Im aromatischen Laub ist kein Wirkstoff bekannt, der bei versehentlicher Aufnahme gefährlich wäre. Damit unterscheidet sie sich von vielen anderen Ziersträuchern, die ebenfalls reich an ätherischen Ölen sind. 5
Im Garten verlangt die Südseemyrte volle Sonne sowie einen sauren bis neutralen, leichten und gut durchlässigen Boden. Stehende Nässe im Winter ist die wichtigste Ursache für ihr Absterben. Bei eingewachsenen Pflanzen wiegt dieses Risiko deutlich schwerer als Kälte oder Trockenheit. 2
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Viele Handelssorten wurden auf kompakten Wuchs oder besondere Blütenfarben ausgelesen. 'Kiwi' aus der Nanum-Gruppe bildet ein niedriges Kissen mit rosa Blüten. 'Red Damask' trägt gefüllte dunkelrote Blüten und erhielt den Award of Garden Merit der RHS. 'Nichollsii Nanum' verbindet dunkelpurpurnes Laub mit roten Blüten. 3 4
Am häufigsten wird die Südseemyrte mit Kānuka (Kunzea ericoides) verwechselt, der lange zur selben Gattung gerechnet wurde. Kānuka besitzt weichere Blätter ohne stechende Spitze, kleinere und je Blütenstand viel zahlreichere Blüten sowie eine in langen, zähen Streifen abblätternde Rinde. Seine Kapseln öffnen sich bei Reife, statt geschlossen an der Pflanze zu bleiben. 7
Der englische Name tea tree verursacht außerdem Verwechslungen mit Melaleuca alternifolia. Dieses andere australische Myrtengewächs liefert das als tea tree oil oder Teebaumöl gehandelte ätherische Öl aus der Apotheke. Beide Pflanzen teilen lediglich den englischen Trivialnamen und gehören zu unterschiedlichen Gattungen.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Leptospermum scoparium J.R.Forst. & G.Forst.
- Royal Horticultural Society, Leptospermum scoparium
- Royal Horticultural Society, Leptospermum scoparium (Nanum Group) Kiwi
- Royal Horticultural Society, Leptospermum scoparium Red Damask (d)
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Leptospermum scoparium
- Plants For A Future, Leptospermum scoparium
- New Zealand Department of Conservation, Manuka, Kahikatoa und Kanuka
- PLOS ONE, Zusammenhang zwischen antibakterieller Aktivität australischen Leptospermum-Honigs und Methylglyoxalgehalt
Häufig gestellte Fragen
Ist die Südseemyrte für Katzen und Hunde giftig?
Nein. Die Südseemyrte wird nicht unter den für Katzen, Hunde oder Pferde giftigen Pflanzen geführt. Nach versehentlichem Verzehr der Blätter sind keine Vergiftungssymptome dokumentiert.
Wie unterscheiden sich Manuka und Kānuka?
Kānuka (Kunzea ericoides) hat weichere Blätter ohne stechende Spitze, kleinere und viel zahlreichere Blüten je Blütenstand sowie Kapseln, die sich bei Reife öffnen. Die Kapseln der Südseemyrte bleiben dagegen geschlossen.
Warum ist Manuka-Honig so bekannt?
Aus dem Nektar der Südseemyrte erzeugen Bienen einen Honig mit hohem Methylglyoxalgehalt. Diese antibakterielle Verbindung kommt in anderen Blütenhonigen viel seltener vor. Ihre Konzentration bildet die Grundlage der kommerziellen Bewertung Unique Manuka Factor.
Sind Südseemyrte und Teebaum (Melaleuca alternifolia) dieselbe Pflanze?
Nein. Beide gehören zu den Myrtengewächsen und teilen den englischen Namen tea tree, sind aber unterschiedliche Gattungen mit verschiedenen Verwendungen. Handelsübliches Teebaumöl stammt von Melaleuca alternifolia und nicht von der Südseemyrte.
Kann die Südseemyrte in Frankreich im Garten wachsen?
Ja, in milden Regionen auf gut durchlässigen, sauren bis neutralen Böden. Wegen der begrenzten Winterhärte von je nach Sorte etwa −10 °C sind in kälteren Gebieten Winterschutz oder eine Kübelkultur mit frostgeschütztem Winterquartier erforderlich.
Warum blüht meine Südseemyrte nicht?
Am häufigsten fehlen Licht oder ein geeigneter Boden: Zu viel Kalk und zu viele Nährstoffe können die Blüte schwächen. Für eine reiche Blüte braucht die Südseemyrte volle Sonne und ein saures, nährstoffarmes Substrat.
Ist die Südseemyrte invasiv?
In ihrem natürlichen Areal ist sie keine invasive Art, sondern eine Pionierpflanze. Auf Hawaii wurde sie dagegen eingeführt, hat sich eingebürgert und gehört dort zu den beobachteten gebietsfremden Arten.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




