Seychellenpalme (Lodoicea maldivica, (J.F.Gmel.) Pers. 1807)

Seychellenpalme (Lodoicea maldivica) ist die einzige lebende Art der Gattung Lodoicea aus der Familie der Arecaceae. Sie ist auf Praslin und Curieuse auf den Seychellen endemisch und trägt den größten und schwersten Samen des Pflanzenreichs. Lange wurde ihre Herkunft irrtümlich auf den Malediven vermutet, an deren Stränden angeschwemmte Nüsse gefunden wurden.

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Wissenschaftlicher NameLodoicea maldivica
GattungLodoicea
OrdnungArecales

Seychellenpalme, Seychellennuss, Coco de Mer, Double coconut und Sea coconut

Identität
Toxizität
Keine Giftwirkung bekannt
Pflegeaufwand
Hoch
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Seychellen
Lebensraum
Dichte Wälder auf alten Granithängen, tiefe durchlässige Böden bis etwa 500 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommerHerbstWinter
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
1/10
Reifezeit
Fruchtbildung nach 25 bis 50 Jahren; Fruchtreife nach 6 bis 7 Jahren
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, verankerte verdickte Stammbasis verringert das Umstürzen
Luftfeuchtigkeit
70–90 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Mineralischer drainierender Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Erwachsen volle Sonne, jung wird Halbschatten vertragen
Erscheinungsbild
Höhe1500–3400 cmBreite800–1000 cm
Blätter
Grün
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Blüten
CremeGelbGröße8–10 cm
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Früchte
BraunGrünGröße40–50 cm
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Rinde
Braun
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Seychellenpalme (Lodoicea maldivica): Herkunft und Verwendung — rinde 2

Weltweite Verbreitung

Das ursprüngliche Areal von Lodoicea maldivica beschränkt sich auf Praslin und Curieuse auf den Seychellen. Historisch kam die Art auch auf St Pierre, Chauve-Souris und Île Ronde vor, wo sie vor einer jüngeren Wiederansiedlung verschwunden war. Außerhalb dieses kleinen Areals findet sie sich nur als gepflanztes Exemplar in Sammlungen tropischer botanischer Gärten, ohne eingebürgerte Populationen.

  • Heimisch2
  • Praslin (Seychellen)
  • Curieuse (Seychellen)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Seychellenpalme (Lodoicea maldivica (J.F.Gmel.) Pers., 1807), auch Coco de Mer, ist die einzige lebende Art der Gattung Lodoicea aus der Familie der Arecaceae. Ihr Artname führt in die Irre: Die Pflanze wächst nicht auf den Malediven. Lange bevor Botaniker die Palme auf den Seychellen fanden, wurden ihre mit Meeresströmungen verfrachteten Samen an maledivischen Stränden angeschwemmt. 1 7

Der französische Beiname cocofesse beschreibt die reife Frucht: Zwei verwachsene Lappen erinnern an menschliche Körperformen. Als bloßer Spitzname ermöglicht er keine sichere Bestimmung. Erst der wissenschaftliche Name Lodoicea maldivica unterscheidet diesen Samen eindeutig von einer gewöhnlichen, am Strand angespülten Kokosnuss. 7

Erkennung

Ein einzelner aufrechter Stamm trägt die Krone der Seychellenpalme. Seine verdickte Basis passt in eine natürliche Felshöhlung von etwa 75 cm Durchmesser und stabilisiert den Baum über Jahrzehnte. Ausgewachsen erreicht er gewöhnlich 20 bis 30 m Höhe; bei besonders großen Exemplaren wurden bis zu 34 m gemessen. 2 3

Ihre costapalmaten, fächerförmigen Blätter gehören mit 7 bis 10 m Länge und etwa 4,5 m Breite zu den größten Blättern des Pflanzenreichs. Ein kräftiger Blattstiel trägt jedes Blatt. Unverwechselbar ist der zweilappige Samen: Er misst 40 bis 50 cm im Durchmesser und wiegt gewöhnlich 15 bis 25 kg, ein von keiner anderen Pflanze erreichter Rekord. Andere große Fächerpalmen bilden keine vergleichbaren zweilappigen Samen. Sobald eine solche Frucht sichtbar ist, liefert sie damit ein eindeutiges Bestimmungsmerkmal. 2 4

Nützliche Taxonomie

Innerhalb der Gattung Lodoicea, von Commerson beschrieben und 1800 gültig veröffentlicht, wird heute nur eine Art anerkannt. Bis sich der heutige Name durchsetzte, waren mehrere Bezeichnungen in Gebrauch:

  • Lodoicea sechellarum Labill., früher verwendeter Name
  • Lodoicea callypige Comm. ex J.St.Hil.
  • Lodoicea sonneratii (Giseke) Baill.

Das Epitheton maldivica geht auf die angenommene Herkunft von den Malediven zurück. Trotz späterer Berichtigung des tatsächlichen Areals blieb es aufgrund der Veröffentlichungspriorität erhalten. In der botanischen Nomenklatur hat der zuerst gültig veröffentlichte Name Vorrang, auch wenn sich die darin ausgedrückte geografische Vorstellung als falsch erweist. Der akzeptierte Name Lodoicea maldivica bleibt deshalb die verlässliche Bezeichnung. 1 4

Lebensraum und Verbreitung

Ausschließlich auf Praslin und Curieuse auf den Seychellen liegt das natürliche Areal dieser streng endemischen Palme. Sie wächst auf Granithängen mit einigen der ältesten freiliegenden Gesteine der Erde bis etwa 500 m Höhe. Historisch kam sie auch auf St Pierre, Chauve-Souris und Île Ronde vor. Dort war sie verschwunden, bevor sie vor Kurzem wieder angesiedelt wurde. 4 3

Den Schwerpunkt ihrer Wildpopulation bildet das Vallée de Mai auf Praslin, seit 1983 UNESCO-Welterbe. Etwa 1.600 mm Jahresniederschlag und mittlere Temperaturen von 24 bis 26 °C prägen dort ein beständig feuchttropisches Klima ohne deutlich ausgeprägte Trockenzeit. 8 4

Im Reservat wachsen zudem die fünf anderen endemischen Palmenarten der Seychellen. Es ist der einzige Ort der Welt, an dem alle sechs Arten zusammen vorkommen. Bereits dieses gemeinsame Auftreten begründet den Rang der geschützten Stätte, deren Bedeutung über die Seychellenpalme allein hinausreicht. 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Getrennte männliche und weibliche Pflanzen kennzeichnen die zweihäusige Seychellenpalme. Ihre männlichen Blütenstände bilden lange Kätzchen von teils über 2 m, die über annähernd zehn Jahre Pollen freisetzen. Die einzeln stehenden weiblichen Blüten zählen zu den größten aller Palmen. An der Bestäubung beteiligen sich Wind und Tiere, darunter endemische Geckos der Gattung Phelsuma. 2 7

Bis zur Keimung vergehen ein bis zwei Jahre. Dabei dringt ein Keimblattstiel in die Erde ein und wächst anschließend mehrere Meter waagerecht weiter, bevor sich die junge Wurzel etabliert, mitunter weit von der ursprünglichen Frucht entfernt. Die Frucht selbst benötigt nach ihrer Bildung sechs bis sieben Jahre, um vollständig auszureifen. 4 2

Geschlechtsreif wird die Palme erst nach mehreren Jahrzehnten. Manche Exemplare sollen mehrere Jahrhunderte leben und während eines großen Teils dieser Zeit fruchtbar bleiben. Das außerordentlich langsame Wachstum verhindert nahezu jede Topfkultur: Fehlt das nötige tiefe Bodenvolumen zur Verankerung des Keimblattstiels, verharrt die Jungpflanze im Jugendstadium und bildet keinen Stamm. 4

Nutzen und Risiken

Geflochtene Palmenblätter dienen zum Decken von Dächern sowie für Matten und Hüte. Die entleerte Fruchtschale wird als Gefäß oder Schale genutzt. Der bei jungen Früchten gallertige Samenkern kommt gelegentlich in Suppen. Ihm wurde ohne wissenschaftlichen Beleg eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben. Dieser Ruf förderte einen historischen Handel mit edelsteinbesetzten Schalen für Königshöfe. 4 2

Als giftig für Menschen oder Tiere wird die Seychellenpalme durch keine Daten eingestuft. Die wesentliche Gefahr betrifft die Pflanze selbst: Laut IUCN ist sie stark gefährdet; nur etwa 8.000 ausgewachsene Exemplare leben noch wild. Feuer und illegales Sammeln der Samen bedrohen die Bestände. Ein seychellisches Verwaltungsdekret von 1995 regelt den Handel mit den Nüssen weiterhin streng. 6 2

Die Nachfrage durch Reisende übersteigt das erlaubte Angebot erheblich. Jährlich besuchen mehrere Zehntausend Menschen das Vallée de Mai, während die lizenzierte Nussernte nur einen Bruchteil dieser Zahl erreicht. Diese Lücke zwischen Besucherzahl und legal geernteten Nüssen fördert einen Schwarzmarkt, den die Behörden der Seychellen einzudämmen versuchen. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Fast immer besitzt die Frucht zwei Lappen. Dreilappige Formen kommen vor, bleiben aber selten und sind bei Sammlern gesucht. Keine dieser Abweichungen stellt eine eigene Art oder botanische Varietät dar; sämtliche Formen gehören zu Lodoicea maldivica. 5

Am ehesten wird die Seychellenpalme mit der Kokospalme (Cocos nucifera) verwechselt: Ähnliche gebräuchliche Namen verdecken, dass die Pflanzen verschiedenen Gattungen angehören. Im Vallée de Mai wächst sie außerdem neben anderen endemischen Palmen wie Phoenicophorium borsigianum. Diese ist nicht nahe verwandt, zeigt jedoch eine vergleichbare Gestalt im tropischen Waldunterwuchs. 7

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Stammt die Seychellenpalme wirklich von den Malediven?

Nein. Das Epitheton maldivica erinnert an die frühere Vorstellung, die durch angeschwemmte Nüsse an Stränden der Malediven entstand. Tatsächlich ist die Art auf den Seychellen endemisch und wächst dort nur auf Praslin und Curieuse.

Ist die Seychellenpalme giftig?

Es gibt keine Daten, die sie als giftig für Menschen oder Haustiere einstufen. Ihr Samenkern wurde auf manchen Inseln sogar traditionell in Suppen gegessen.

Warum ist die Seychellenpalme so streng geschützt?

Die IUCN stuft die Art als stark gefährdet ein; in der Natur überleben etwa 8.000 ausgewachsene Exemplare. Seit 1995 regelt ein seychellisches Dekret den Handel mit den Nüssen streng, um illegale Ernte einzudämmen.

Wann trägt eine Seychellenpalme erstmals Früchte?

Sie erreicht die Geschlechtsreife erst nach mehreren Jahrzehnten. Eine einmal gebildete Frucht benötigt anschließend sechs bis sieben Jahre zur vollständigen Reife.

Lässt sich die Seychellenpalme zu Hause kultivieren?

Praktisch nicht. Ihr extrem langsames Wachstum, die tief reichende Verankerung und die gewaltige Endgröße beschränken die Kultur auf große tropische botanische Gärten. Als Zimmer- oder Kübelpflanze eignet sie sich nicht.

Was unterscheidet Seychellenpalme und Kokospalme?

Beide gehören zu den Arecaceae, aber zu verschiedenen Gattungen. Die Seychellenpalme bildet einen zweilappigen Samen, der erheblich größer und schwerer ist als die Nuss der Kokospalme Cocos nucifera.

Wächst die Seychellenpalme außerhalb der Seychellen?

Einzelne Exemplare werden in tropischen botanischen Gärten kultiviert, vor allem auf Sri Lanka, in Thailand und Singapur. Eingebürgerte Populationen außerhalb des natürlichen Areals gibt es nicht.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.