Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium, L. 1753)

Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium L.) ist eine sommergrüne, windende Kletterpflanze aus der Familie der Caprifoliaceae, die aus Mittel- und Südeuropa bis zum Kaukasus stammt. Besonders auffällig sind die oberen Blattpaare, die zu einer geschlossenen Scheibe um den Stängel verwachsen und die Quirle stark duftender, cremefarbener Blüten tragen.

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Wissenschaftlicher NameLonicera caprifolium
GattungLonicera
OrdnungDipsacales

Gartengeißblatt, Echtes Geißblatt, Jelängerjelieber, Wohlriechendes Geißblatt, Italian woodbine und Perfoliate honeysuckle

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder, Katzen und Hunde · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ItalienGriechenlandTürkeiGeorgien (Kaukasus)Iran
Lebensraum
Hecken, Gebüsche, Waldränder und lichte Wälder, in Sonne bis Halbschatten
Ökologischer Nutzen
Nektarblüten werden von Schwärmern und anderen Nachtfaltern besuchtVögel fressen die Beeren im Spätsommer
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Bedeckt eine Stütze in 3–5 Jahren; reiche Blüte ab dem 2. oder 3. Jahr.
Vermehrung
Steckling, Abmoosen, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, sobald die Pflanze an einer stabil befestigten Kletterhilfe sitzt.
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Ton, Schluff oder Sand, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Sonne bis lichter Halbschatten; bei gutem Licht reichere Blüte.
Außenbereich
Feldhecke, Sonniger Rand, Unterholz-Garten
Pflanzgefäße
Großer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe400–800 cmBreite150–250 cm
Blätter
Grün
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeRosaGröße3.5–5 cm
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
OrangeRot
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal reicht von Italien und Südosteuropa über den nördlichen Balkan und Kleinasien bis zum Kaukasus und Nordiran. Die Art ist in Südwesteuropa eingebürgert, verwildert aus Gärten im Südosten Englands und hat sich im Nordosten Nordamerikas etabliert.

  • Heimisch5
  • Eingeführt2
  • Italien
  • Griechenland
  • Türkei
  • Georgien (Kaukasus)
  • Iran (Norden)
  • Vereinigtes Königreich
  • USA (Nordosten)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium L., 1753) gehört als windende Kletterpflanze zur Familie der Caprifoliaceae. Carl von Linné beschrieb die Art in seinem Werk Species Plantarum. POWO führt den Namen als akzeptierte Artbezeichnung und nennt ein natürliches Areal von Italien und Südosteuropa bis zum Kaukasus. Die Namen Echtes Geißblatt, Jelängerjelieber und Wohlriechendes Geißblatt bezeichnen dieselbe Art. 1 2

Das wissenschaftliche Epitheton caprifolium bedeutet wörtlich Ziegenblatt. Es bezeichnet ein unmittelbar sichtbares Merkmal: Die obersten Blätter bleiben nicht voneinander getrennt, sondern verwachsen zu einer geschlossenen Scheibe um den Stängel. Der englische Name perfoliate honeysuckle beschreibt dieselbe Besonderheit. Italian woodbine verweist dagegen auf Italien und Südosteuropa als Gebiet der ersten Beschreibung. 5 6

Erkennung

Durch Winden erklimmt das sommergrüne Gartengeißblatt seine Stütze; Haftorgane oder Luftwurzeln besitzt es nicht. Die Stängel bleiben glatt. Seine ovalen bis verkehrt-eiförmigen Blätter zeigen auf der Unterseite eine blaugrüne, bereifte Färbung. Dieses Laubmerkmal ergänzt die Blütenmerkmale bei der Bestimmung der verholzenden Kletterpflanze. 5 3

Je nach Sorte reicht die Blütenfarbe von Cremeweiß bis zu Gelb mit rosa Tönung. Konstant bleibt dagegen die Verwachsung der obersten Blätter. Ein bis drei Blattpaare bilden eine geschlossene Scheibe, auf der unmittelbar die Blütenquirle sitzen. Diese Anordnung ist auch dann zu erkennen, wenn gerade keine offenen Blüten vorhanden sind, und damit verlässlicher als die wechselnde Blütenfarbe. 5

Die röhrigen, zweilippigen Blüten werden 3,5 bis 5 cm lang. Sie öffnen sich cremefarben und können je nach Sorte rosa oder gelb getönt sein. Ihr intensiver nächtlicher Duft lockt Schwärmer an. Deren langer Rüssel erreicht den Nektar am Grund der Blütenröhre, der den meisten tagaktiven Insekten unzugänglich bleibt. An einem günstigen Standort erreicht die Pflanze 4 bis 8 m Höhe und bedeckt ihre Stütze in drei bis fünf Jahren; Boden und Lichtverhältnisse beeinflussen dieses Tempo besonders stark. 3 4

Nützliche Taxonomie

Innerhalb der Gattung Lonicera stehen kompakte Heckensträucher neben mehrere Meter hoch kletternden Lianen. Gartengeißblatt gehört wie Lonicera japonica und Lonicera periclymenum zu den windenden Arten. Diese Wuchsformen benötigen unterschiedliche Gartenplätze: Für eine Pflanze von vier bis acht Metern Höhe ist eine tragfähige Kletterhilfe erforderlich, während ein Heckenstrauch ohne solche Stütze auskommt. Die World Checklist of Vascular Plants ordnet dem akzeptierten Namen historische Varietäten und Formen zu, darunter Lonicera caprifolium var. major Carrière und Lonicera caprifolium f. pauciflora (Carrière) Rehder.

Als eindeutige Bezeichnung bleibt Lonicera caprifolium L. auch gegenüber Handelsnamen wie „Early White“ und „Yellow Italian“ bestehen. Diese Namen stehen für gärtnerische Auslesen, nicht für eigenständige Arten. Weder die taxonomische Zuordnung noch die grundsätzlichen Kulturansprüche ändern sich durch die jeweilige Sortenbezeichnung. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Hecken und Gebüsche sowie Waldränder bilden die natürlichen Wuchsorte zwischen Italien, dem nördlichen Balkan, Kleinasien, dem Kaukasus und Nordiran. Eingewurzelte Pflanzen vertragen Temperaturen bis etwa −20 °C. Die angegebenen Winterhärtezonen reichen von USDA 5 bis 9. 1 3

Außerhalb dieses Areals ist die Art in Südwesteuropa eingebürgert. Im Südosten Englands verwildert sie regelmäßig aus Gärten und wächst inzwischen in Hecken und an Waldrändern fast wie eine heimische Pflanze. Auch im Nordosten Nordamerikas hat sie sich etabliert. Diese Vorkommen sind von ihrem natürlichen Areal zu unterscheiden. 5 6

Für Frankreich steht vor allem die Gartenkultur im Vordergrund. Ein anerkannter invasiver Status besteht dort nicht; INPN und Tela Botanica führen Vorkommen, die je nach Region als eingeführt gelten. Diese Angaben beziehen sich auf Frankreich und beschreiben keinen allgemeinen Status für alle Anbaugebiete. 6

Lebenszyklus und Blüte

Frühe Auslesen wie 'Early White' blühen bereits ab Mai; je nach Klima und Sorte reicht die Blüte bis August. Die Blüten stehen in dichten Quirlen unmittelbar auf der Scheibe der oberen Blätter, wodurch sich ihr Duft an derselben Stelle des Triebes konzentriert. Im Freiland wird die Blüte nach zwei bis drei Jahren reichlich, sobald die Pflanze ihre Stütze gut besetzt hat. 5 4

Nach nächtlicher Bestäubung wechseln die dicht in der Blattmitte stehenden Beeren von Grün zu Orange und anschließend zu Rot. Ein reicher Fruchtansatz setzt einen ausreichend warmen Sommer voraus, der die bestäubenden Schwärmer anzieht. Kühle Sommer vermindern die Zahl der gebildeten Beeren deutlich. 5

Für die gärtnerische Vermehrung eignen sich vor allem halbreife Sommerstecklinge und Absenker, deren Triebe Bodenkontakt haben. Beide Methoden liefern schneller und verlässlicher junge Pflanzen als die Aussaat. Samen müssen vor der Keimung eine Kaltstratifikation durchlaufen, was die Anzucht verlängert. 4

Nutzen und Risiken

Pergolen, alte Mauern, Spaliere und ländliche Hecken sind typische Einsatzorte dieser Zierpflanze. Im gemäßigten Klima begrünt sie ihre Stütze rasch. Nahe einer Terrasse fällt besonders der abendliche Duft auf; die Blüten stehen dabei auf den charakteristischen verwachsenen Blattscheiben. 3

Bei der Bewertung der Beeren unterscheiden sich die Quellen in ihrer Vorsicht. Die RHS rät vom rohen Verzehr ab und empfiehlt beim Rückschnitt Handschuhe. PFAF nennt für genau diese Art hingegen keine bestätigte Gefahr und berichtet von kleinen, gekochten Mengen in traditionellen örtlichen Nutzungen. In Anlehnung an andere Lonicera-Arten sollten Kinder und Haustiere dennoch keine größeren Mengen roher Beeren aufnehmen. 3 4

Frische Blätter und Blüten dienten früher außerdem als Aufguss gegen Husten oder als Umschlag. Diese Anwendungen sind heute vor allem von historischem Interesse; aus ihrer Überlieferung ergibt sich keine Empfehlung zur Selbstbehandlung. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Historische Gartenauslesen sind vor allem Early White mit stark duftenden weißen Blüten ab Mai und Yellow Italian mit späteren, gelblichen und rötlich getönten Blüten. Pauciflora erscheint sowohl in der botanischen Synonymie als auch im Gartenhandel und bezeichnet eine weniger ausgeprägte Blüte. 5

Bei ähnlichen Arten helfen folgende Unterschiede:

  • Lonicera periclymenum, das europäische Waldgeißblatt, trägt sitzende Blätter, die niemals miteinander verwachsen;
  • Lonicera etrusca besitzt ebenfalls verwachsene obere Blätter, diese sind jedoch dicht behaart und drüsig, während das Gartengeißblatt kahles, blaugrünes Laub zeigt;
  • Lonicera japonica ist halbimmergrün und trägt von Weiß zu Gelb wechselnde Blüten, bildet aber keine verwachsene Blattscheibe.

Die geschlossene Scheibe ist zuverlässiger als Blütenfarbe oder Blühtermin, die sich bei verwandten Arten überschneiden können. Keine der drei genannten Arten bildet die Blattscheibe in genau derselben Ausprägung. Wer auf dieses Merkmal achtet, kann die Gefahr einer Verwechslung deutlich verringern.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Gartengeißblatt in Frankreich invasiv?

Nein, die Art wird in Frankreich nicht als invasiv eingestuft und vor allem im Garten kultiviert. Anders ist die Situation im Vereinigten Königreich, wo sie im Südosten Englands verwildert, und im Nordosten Nordamerikas, wo sie eingebürgert ist.

Warum wirken die oberen Blätter miteinander verwachsen?

Bei Lonicera caprifolium verwachsen die obersten ein bis drei Blattpaare tatsächlich zu einer geschlossenen Scheibe um den Stängel. Diese trägt die Blütenquirle und erklärt das Epitheton caprifolium ebenso wie den englischen Namen perfoliate honeysuckle.

Sind die Beeren von Lonicera caprifolium giftig?

Die RHS rät vom rohen Verzehr ab. PFAF nennt für diese genaue Art dagegen keine bestätigte Gefahr und berichtet über kleine, gekochte Mengen in einigen örtlichen Traditionen. In Anlehnung an andere Lonicera-Arten bleibt bei Kindern und Tieren Vorsicht angebracht.

Wie unterscheidet sich die Art von Lonicera periclymenum?

Lonicera periclymenum, das europäische Waldgeißblatt, hat sitzende Blätter, die niemals miteinander verwachsen. Lonicera caprifolium besitzt dagegen an blühenden Trieben eine deutlich erkennbare, geschlossene Blattscheibe um den Stängel.

Was bedeutet der Name caprifolium?

Das lateinische caprifolium bedeutet wörtlich Ziegenblatt. Es bezeichnet die zu einer Scheibe verwachsenen oberen Blätter, ein charakteristisches Merkmal, das Linné 1753 als Epitheton für die Beschreibung der Art verwendete.

Wie lässt sich Gartengeißblatt vermehren?

Halbreife Stecklinge im Sommer und Absenker mit Bodenkontakt wachsen am schnellsten an. Auch Aussaat ist möglich, erfordert jedoch eine Kaltstratifikation vor der Keimung. Bis eine nutzbare junge Kletterpflanze entsteht, dauert es dadurch deutlich länger.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.