Anis (Pimpinella anisum, )
Anis (Pimpinella anisum) ist eine einjährige krautige Pflanze der Familie Apiaceae aus der östlichen Levante, von der südöstlichen Türkei bis Zypern und Zentralisrael. Seit dem alten Ägypten wird er wegen seiner aromatischen, als Anissamen bezeichneten Früchte angebaut. Im Sommer erscheinen Dolden kleiner weißer Blüten. Sein auf Anethol beruhender Duft darf nicht zur Verwechslung mit Sternanis führen, der einer anderen Pflanzenfamilie angehört.
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Pimpinella anisum beschränkt sich laut Plants of the World Online auf die östliche Levante, von der südöstlichen Türkei bis Zypern und Zentralisrael. Seit dem alten Ägypten angebaut, verbreitete sich die Art durch Kultur im Mittelmeerraum, im gemäßigten Europa, in Indien und China. Außerhalb ihres Ursprungsgebiets wird sie kaum spontan angetroffen.
- Heimisch3
- Türkei
- Zypern
- Israel
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Anis (Pimpinella anisum L., 1753) ist eine einjährige krautige Pflanze der Gattung Pimpinella innerhalb der Familie Apiaceae. Carl von Linné veröffentlichte den Namen 1753; Plants of the World Online führt ihn weiterhin als akzeptierten Namen der Art. 1
Seit etwa 4 000 Jahren wird Anis in Ägypten angebaut. Zunächst diente er medizinischen Zwecken, später wurde er zu einem verbreiteten Gewürz des Mittelmeerraums. Der französische Zusatz vert, also grün, grenzt ihn vom Sternanis ab, dessen ähnlich duftendes Gewürz aus einer ganz anderen Pflanzenfamilie stammt. 3 5
Erkennung
Aufrechte, verzweigte Stängel von Pimpinella anisum werden 30 bis 60 cm hoch. Die Grundblätter sind einfach und schwach gelappt. Weiter oben am Stängel sind die Blätter dagegen in feine, federartige Abschnitte zerteilt, wie es für viele Doldenblütler typisch ist. 2 3
Während des Sommers entstehen Doppeldolden mit Dutzenden winziger weißer bis cremeweißer Blüten. Die einzelne Blüte misst nur wenige Millimeter; zusammen bilden sie jedoch eine im Garten gut erkennbare gewölbte Blütenfläche. 2
Botanisch ist der sogenannte Anissamen eine trockene, eiförmige, leicht gekrümmte Spaltfrucht von 3 bis 5 mm Länge. Zerrieben duftet sie deutlich nach Anis. Dafür sorgt Anethol, das bis zu 90 % des ätherischen Öls ausmachen kann. Das Öl selbst erreicht einen Anteil von 2 bis 3 % an der Frucht. 5 3
Nützliche Taxonomie
Für diese Art akzeptiert Plants of the World Online den Namen Pimpinella anisum L. In älteren botanischen Schriften finden sich weiterhin mehrere Synonyme: 1
- Anisum officinale Moench, historisches Synonym
- Anisum vulgare Gaertn., historisches Synonym
- Apium anisum (L.) Crantz, historisches Synonym
- Carum anisum (L.) Baill., historisches Synonym
- Selinum anisum (L.) E.H.L. Krause, historisches Synonym
- Sison anisum (L.) Spreng., historisches Synonym
- Pimpinella anisum var. cultum Alef., historisches Synonym
Mehr als 150 Arten gehören zur Doldenblütlergattung Pimpinella. Dazu zählt die europäische Wildstaude Pimpinella saxifraga, die Kleine Bibernelle, die wegen ihrer ähnlichen Gestalt gelegentlich mit Anis verwechselt wird. Die Bibernelle treibt jedes Jahr erneut aus, während Anis sich durch Samen erneuert. 1
Lebensraum und Verbreitung
Das natürliche Vorkommen von Pimpinella anisum ist eng begrenzt: Plants of the World Online nennt die südöstliche Türkei, Zypern und Zentralisrael. North Carolina Extension Gardener verortet den Ursprung weiter gefasst in Ägypten und im Nahen Osten. Das beschreibt eher ein frühes Domestikationsgebiet als ein ausgedehntes natürliches Areal. 1 3
Durch jahrtausendelangen Anbau verbreitete sich Anis aus seiner levantinischen Heimat weit über deren Grenzen hinaus. Im mediterranen Europa, in Indien und China wird er heute für Gewürze und ätherisches Öl angebaut. Spontan bleibt er außerhalb seines Ursprungsgebiets selten. Dort wächst er auf trockenen, steinigen Flächen in voller Sonne. Fast die gesamte heutige Ernte stammt aus Feldern, ebenfalls an sonnigen Standorten auf leichten, durchlässigen Böden. 4
Lebenszyklus und Vermehrung
Vom Samen bis zur reifen Frucht benötigt die einjährige Art Pimpinella anisum 4 bis 5 Monate. Gesät wird nach den letzten Frösten direkt an Ort und Stelle in erwärmten Boden, denn ihre junge Pfahlwurzel verträgt Umpflanzen schlecht. Wird diese Wurzel beim Verpflanzen verletzt, kann die Jungpflanze ihr Wachstum nicht normal wieder aufnehmen. Direktsaat ist daher günstiger als das Pikieren einer bereits entwickelten Rosette. 4 2
Viele bestäubende Insekten besuchen die weißen Dolden während der Sommerblüte. Nach der Befruchtung entwickeln sich Früchte, die gegen Ende des Sommers allmählich braun werden. Geerntet wird, sobald die meisten Dolden diese Färbung zeigen. Anschließend trocknen die Pflanzen in aufgehängten Bündeln geschützt vor Feuchtigkeit. 3
Nutzen und Risiken
Als Küchengewürz aromatisieren die Früchte Brot, Kuchen, Süßwaren und bestimmte Wurstsorten. Junge frische Blätter würzen Salate und Frischkäse. Anis ist außerdem Bestandteil zahlreicher mediterraner Spirituosen, darunter türkischer Rakı, griechischer Ouzo und französischer Pastis. Anethol verursacht darin die charakteristische Trübung beim Zusatz von Wasser. 5 6
Bei üblicher Küchenverwendung ist für Anis keine Giftigkeit dokumentiert. Konzentriertes ätherisches Öl ist dagegen unverdünnt nicht empfehlenswert, besonders für Katzen, die auf phenolische Bestandteile ätherischer Öle empfindlicher reagieren als andere Tiere. Ältere Bücher warnten zudem vor mit giftigen Schierlingsfrüchten verfälschten Anispartien, besonders aus Italien. Diese historische Warnung gilt heute als überholt, erinnert aber an die Bedeutung einer sicheren Bestimmung vor dem Sammeln von Wildpflanzen. 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Beständige benannte Ziersorten sind bei Anis nicht üblich. Saatgutanbieter vertreiben vor allem regionale Partien aus Massenauslese, ohne festgelegten Sortennamen. 4
Unter den mit Anis verwechselbaren Doldenblütlern ist Conium maculatum, der Gefleckte Schierling, die wirklich gefährliche Art. Er ist tödlich giftig und kann als Jungpflanze vor der Blüte Anis ähneln. Ein deutlich anisartiger Duft beim Zerreiben der Blätter ist zur Unterscheidung zuverlässiger als die Gestalt allein. 3
Weitere Pflanzen duften ähnlich, ohne eng mit Anis verwandt zu sein: Fenchel (Foeniculum vulgare) gehört ebenfalls zu den Apiaceae, ist aber mehrjährig und schmeckt weniger scharf. Sternanis (Illicium verum) gehört zu einer anderen Familie, enthält jedoch denselben Aromastoff Anethol. Kerbel (Anthriscus cerefolium) besitzt einen dezenteren Anisduft. 5
Hauptquellen
Häufig gestellte Fragen
Sind Anis und Sternanis dieselbe Pflanze?
Nein. Pimpinella anisum (Apiaceae) und Illicium verum (Schisandraceae, Sternanis) teilen vor allem den Aromastoff Anethol, gehören aber zwei völlig verschiedenen Pflanzenfamilien an.
Ist Anis giftig?
Als Samen und Küchengewürz gilt Anis als unbedenklich. Sein konzentriertes, sehr anetholreiches ätherisches Öl wird dagegen unverdünnt nicht empfohlen, insbesondere bei Katzen.
Kann Anis mit einer gefährlichen Pflanze verwechselt werden?
Ja. Jung und ohne Blüten oder Früchte ähnelt seine Doldenblütlergestalt dem tödlich giftigen Gefleckten Schierling, Conium maculatum. Der deutliche Anisduft zerriebener Blätter ist das zuverlässigste Unterscheidungsmerkmal.
Warum keimt Anis manchmal schlecht?
Auch frische Samen keimen langsam, unter günstigen Bedingungen bei 15 bis 25 °C. Noch kalter Boden verzögert oder verhindert die Keimung.
Kann man Anis pikieren?
Nach Ausbildung der Rosette ist Pikieren nicht empfehlenswert. Die Pfahlwurzel verträgt Umpflanzen schlecht, weshalb direkt am endgültigen Standort gesät werden sollte.
Was unterscheidet Anis von Fenchel?
Beide gehören zur Familie Apiaceae und haben fein gefiedertes Laub. Fenchel (Foeniculum vulgare) ist jedoch in mildem Klima mehrjährig und schmeckt weniger scharf. Nebeneinander gesät können sie sich gegenseitig bestäuben und den Geschmack der geernteten Samen verändern.
Woher kommt der französische Name anis vert?
Der Zusatz vert unterscheidet Anis vom Sternanis, der auf Französisch oft anis étoilé heißt. Anis selbst geht über das lateinische anisum auf das griechische ánēthon zurück, das ursprünglich Dill bezeichnete.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







