Cashapona (Socratea exorrhiza, (Mart.) H.Wendl. 1860)

Socratea exorrhiza (Socratea exorrhiza) ist eine Palme der Arecaceae aus den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Ihr Kegel aus konischen, stacheligen Stelzwurzeln trägt einen schlanken Stamm über dem Waldboden. Eine örtliche Legende schreibt diesem Kegel die Fähigkeit zu, den Baum zum Licht „wandern“ zu lassen; botanische Studien haben diese Vorstellung widerlegt.

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Wissenschaftlicher NameSocratea exorrhiza
GattungSocratea
OrdnungArecales

Cashapona, Walking palm und Pona

Identität
Toxizität
Für Menschen und Tiere ungiftig
Pflegeaufwand
Hoch
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
NicaraguaCosta RicaPanamaKolumbienVenezuelaEcuadorPeruBolivienBrasilien
Lebensraum
Tropischer Regenwald der Tief- und Vorgebirgslagen; Unterwuchs und unteres Kronendach bis etwa 1.000 m
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Epiphytenbesiedlung nach etwa 20 Jahren; Fortpflanzungsreife nach mehreren Jahren
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Hoch, der Stelzwurzelkegel stabilisiert den Stamm auf instabilem Boden
Luftfeuchtigkeit
70–90 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.

Jung im Halbschatten; ausgewachsen gefiltertes Licht bis volle Sonne
Erscheinungsbild
Höhe1500–2500 cm
Blätter
Grün
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCreme
Früchte
GelbBraunGröße2.5–3 cm
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Rinde
Braun
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Socratea exorrhiza: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Socratea exorrhiza reicht vom südöstlichen Nicaragua über Costa Rica und Panama bis ins Amazonasbecken in Kolumbien, Venezuela, den Guayanas, Ecuador, Peru, Bolivien und Brasilien. Außerhalb dieses Gebiets kommt sie nur in tropischen Gewächshaussammlungen botanischer Gärten vor, niemals eingebürgert.

  • Heimisch9
  • Nicaragua
  • Costa Rica
  • Panama
  • Kolumbien
  • Venezuela
  • Ecuador
  • Peru
  • Bolivien
  • Brasilien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Socratea exorrhiza (Socratea exorrhiza (Mart.) H.Wendl., 1860), im peruanischen Amazonien auch Cashapona genannt, gehört zur Familie der Arecaceae. Die als „wandernde Palme“ oder Stelzwurzelpalme bezeichnete Art beschrieb Carl Friedrich Philipp von Martius 1824 zunächst als Iriartea exorrhiza. Hermann Wendland stellte sie 1860 in die Gattung Socratea. Damit entstand der wissenschaftliche Name, der bis heute verwendet wird. 1 2

Die Bezeichnung „wandernde Palme“, auch Walking palm, erinnert an eine amazonische Legende, die Besuchern seit Jahrzehnten erzählt wird. Der Baum soll sich zum Licht bewegen, indem er auf einer Seite des Kegels neue Wurzeln bildet und die alten auf der anderen Seite aufgibt. Bodley und Benson formulierten diese Hypothese bereits 1980. Eine direkte Beobachtung, die sie bestätigt hätte, gab es jedoch nie. 7

Erkennung

Ein Kegel aus Stelzwurzeln kennzeichnet Socratea exorrhiza besonders deutlich. Die konischen, stacheligen und graubraunen Wurzeln tragen den Stammfuß über dem Waldboden. Der schlanke, glatte Stamm erreicht gewöhnlich 15 bis 20 m Höhe bei 10 bis 16 cm Durchmesser. Außergewöhnliche Exemplare werden über 25 m hoch. 4 1

Im Gelände liefert die Beschaffenheit der Wurzeln selbst den schnellsten Anhaltspunkt. Bei jungen Pflanzen sind sie glatt und fleischig. Sobald der Kegel das Gewicht des erwachsenen Stamms zu tragen beginnt, werden sie hart und dicht stachelig.

Die zylindrische, federartige Krone besteht aus fünf bis acht blaugrünen Fiederblättern von nahezu 2 m Länge mit kurzen Blattstielen. Bei jungen Exemplaren liegen die Fiederblättchen in einer Ebene, ähnlich wie bei Howea. An erwachsenen Pflanzen sind sie auf mehrere Ebenen verteilt. Dieses Merkmal hilft, das Alter einzuschätzen, ohne die Blattnarben zählen zu müssen. 3

Als einhäusige Art bildet die Palme je Exemplar einen bis vier weiße Blütenstände. Ihre glatten, ellipsoiden Früchte sind etwa 2,5 bis 3 cm lang und 1,5 bis 2,5 cm dick. Zur Reife färben sie sich gelblich braun. 4

Nützliche Taxonomie

Hermann Karsten beschrieb die Gattung Socratea. Lange waren mehrere konkurrierende Namen im Umlauf, bevor sich der Gebrauch um die Typusart stabilisierte. Zu den wichtigsten Synonymen zählen folgende Namen:

  • Iriartea exorrhiza Mart. (Basionym, Erstbeschreibung von 1824)
  • Socratea durissima (Oerst.) H.Wendl.
  • Socratea elegans H.Karst.
  • Socratea albolineata Steyerm.
  • Socratea orbignyana (Blume ex Mart.) H.Karst.
  • Socratea philonotia (Barb.Rodr.) Benth. & Hook.f.

Heute werden in der Gattung Socratea drei eigenständige Arten anerkannt: S. exorrhiza, Socratea rostrata und Socratea salazarii. Ältere Literatur verwechselt sie oft, weil direkte Vergleiche der Wurzelkegel fehlten. Deren Stacheldichte unterscheidet sich deutlich zwischen den Arten. Der heute akzeptierte, in den Referenzdatenbanken stabile Name bleibt Socratea exorrhiza. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Vom südöstlichen Nicaragua reicht das natürliche Verbreitungsgebiet über Costa Rica und Panama bis zum Amazonasbecken. Dort umfasst es Kolumbien, Venezuela, die Guayanas, Ecuador, Peru, Bolivien und Brasilien. Die Art bewohnt tropischen Tieflandregenwald und steigt auch in Vorgebirgswälder bis etwa 1.000 m Höhe auf. 3 5

Auf dieser Palme lebt eine bemerkenswerte Epiphytengemeinschaft. Eine Untersuchung an 118 Exemplaren in Panama erfasste 66 epiphytische und hemiepiphytische Arten aus 15 Familien. Moose bedeckten bis zu 30 % der Oberfläche einzelner Stämme. Die Besiedlung beginnt erst nach etwa zwanzig Jahren in größerem Umfang, wenn der Stamm stabil genug ist, das Gewicht der angesammelten Epiphyten zu tragen. 8

Außerhalb ihres natürlichen Areals wird die Art ausschließlich in tropischen Gewächshaussammlungen botanischer Gärten kultiviert. Eingebürgerte Populationen außerhalb Mittelamerikas und des Amazonasbeckens sind nicht bekannt. 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Vorwiegend während der örtlichen Trockenzeit blüht die Art. Die Bestäubung übernehmen Käfer, besonders Rüsselkäfer der Gattungen Phyllotrox und Mystrops, statt des Windes. Jede Pflanze bildet einen bis vier weiße Blütenstände, aus denen später in Fruchtständen gruppierte Früchte hervorgehen. 3

Ein Samen ist ungefähr 2 cm lang und wiegt rund 3,5 g. Die Keimrate ist mit etwa 45 % begrenzt. Ungefähr ein Viertel der gekeimten Jungpflanzen überlebt die ersten Monate nicht. Weißbartpekaris fressen zudem einen großen Teil der zu Boden gefallenen Samen und regulieren damit unmittelbar den Bestand junger Palmen. 3

Nach der Keimung entsteht der Stelzwurzelkegel allmählich, während der junge Stamm an Höhe gewinnt, ohne merklich dicker zu werden. Da er seinen Stamm am Standort nicht verdicken kann, gleicht der Baum dies aus, indem er sich Jahr für Jahr auf neuen Wurzeln weiter nach oben entwickelt. Dieses Höhenwachstum erklärt den Großteil der Beobachtungen, auf denen die Wanderlegende beruht; ein tatsächlicher Ortswechsel ist es nicht. 7

Nutzen und Risiken

Längs gespaltene Stämme oder ausgehöhlte Stammröhren dienen traditionell zum Bau von Trennwänden, Fußböden, Pfosten und Palisaden. Ihre harte, dauerhafte Rinde steht einem weicheren, faserigen Inneren gegenüber. Die Blätter decken vorübergehende Dächer. Aus zurechtgeschnittenen Stelzwurzeln fertigte man auch Wurfspeere für die Pekarijagd. 3

Die reife Frucht, gelblich braun gefärbt, wird örtlich gegessen. Auch die Endknospe wird als Gemüse zubereitet; mehrere Quellen berichten von einem guten Geschmack. Ihre Ernte zerstört allerdings die Pflanze: Sie besitzt nur einen einzigen Wachstumspunkt. Wird dieser entfernt, stirbt der Baum, weil er keine neuen Blätter oder Verzweigungen mehr bilden kann. Es liegen keine Angaben zu einer bekannten Giftigkeit für Menschen oder Tiere vor. 3

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Benannte gärtnerische Sorten sind bei Socratea exorrhiza nicht dokumentiert. Die Art ist vorwiegend eine Waldpflanze und kaum eine Zierpflanze für Wohnräume. Die Literatur unterscheidet hauptsächlich eine Tieflandform, die am weitesten verbreitet und am besten beschrieben ist, und eine weniger dokumentierte Vorgebirgsform bis 1.000 m Höhe. 5

Am häufigsten kommt es zu Verwechslungen mit anderen Stelzwurzelpalmen der Tribus Iriarteeae, besonders Iriartea deltoidea. Ihr allgemeiner Wuchs ähnelt dem von Socratea exorrhiza, doch Form und Stacheldichte des Wurzelkegels unterscheiden sich. Im selben amazonischen Wald wächst Socratea exorrhiza außerdem zusammen mit Euterpe precatoria und Oenocarpus bataua. Diese beiden Unterwuchspalmen sind nicht eng mit ihr verwandt, können aus der Ferne aber eine vergleichbare Silhouette besitzen. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Kann Socratea exorrhiza wirklich wandern?

Nein. Diese unter Touristen verbreitete amazonische Legende wurde durch eine Studie von 2007 widerlegt. Sie verglich das Wachstum der Stelzwurzeln mit dem Tempo wechselnder Lichtverhältnisse im Unterwuchs; diese ändern sich für eine tatsächliche Ortsverlagerung viel zu schnell.

Wozu dienen die Stelzwurzeln tatsächlich?

Ihre genaue Funktion bleibt umstritten. Zu den Hypothesen gehören die Stabilisierung des Stamms auf lockerem oder instabilem Boden, rasches Höhenwachstum ohne Stammverdickung sowie ein möglicher erneuter Wuchs nach dem Umstürzen eines jungen Baums.

Ist die Frucht von Socratea exorrhiza essbar?

Ja. Die reife, gelblich braune Frucht wird örtlich und von mehreren Affenarten im Wald gefressen. Auch die Endknospe wird als Gemüse gegessen; ihre Ernte tötet jedoch den Baum, weil sie seinen einzigen Wachstumspunkt entfernt.

Ist Socratea exorrhiza giftig?

Es liegen keine Angaben zu einer bekannten Giftigkeit für Menschen oder Tiere vor. Mehrere Pflanzenteile werden vielmehr als Nahrung oder in der traditionellen amazonischen Medizin verwendet.

Wo wächst Socratea exorrhiza?

Ihr natürliches Areal reicht vom südöstlichen Nicaragua über Mittelamerika bis ins Amazonasbecken, nach Kolumbien, Venezuela, in die Guayanas, nach Ecuador, Peru, Bolivien und Brasilien.

Lässt sich Socratea exorrhiza zu Hause kultivieren?

In der Praxis nur sehr schwer. Die Größe ausgewachsener Pflanzen, der Bedarf an gleichbleibend etwa 70 bis 90 % Luftfeuchte und der ausladende Wurzelkegel beschränken die Kultur auf große tropische Gewächshäuser botanischer Gärten.

Mit welchen Arten wird Socratea exorrhiza verwechselt?

Andere Palmen der Tribus Iriarteeae besitzen ähnliche Stelzwurzeln, besonders Iriartea deltoidea. Der wissenschaftliche Name und die genaue Form des Wurzelkegels bleiben die zuverlässigsten Merkmale zur Unterscheidung.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.