Rakkyo (Allium chinense, )
Allium chinense, auch Rakkyo genannt, ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze aus der Familie der Amaryllidaceae mit Ursprung in Südchina bis Hainan. Seit Jahrhunderten wird sie in Ostasien wegen ihrer kleinen, knackigen Zwiebeln mit mildem Zwiebelgeschmack angebaut. Schmale Blätter mit dreieckigem Querschnitt und eine späte violette Blüte am Ende des Sommers kennzeichnen die Art.
WeiterlesenRakkyo, Jiaotou, Chinese onion und Cu kiệu

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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Allium chinense reicht von Südchina bis Hainan und umfasst einen weiten Provinzbogen von Henan bis Guangxi. Die Art wird verbreitet als Gemüse angebaut und hat sich andernorts in Ostasien sowie in Nordamerika eingebürgert. Diese Einführungsgebiete sind vom chinesischen Ursprungsareal zu unterscheiden.
- Heimisch1
- Eingeführt3
- China (Süden bis Hainan)
- Taiwan
- Südkorea
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Allium chinense (Allium chinense G.Don, 1827), auch als Rakkyo bekannt, ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze aus der Gattung Allium und der Familie der Amaryllidaceae. Der schottische Botaniker George Don beschrieb sie 1827. Seit Jahrhunderten wird die Art in China, Japan und Vietnam wegen ihrer kleinen, knackigen Zwiebeln kultiviert. Ihre Bedeutung liegt vor allem im Gemüse- und Gewürzanbau. 1 2
Die chinesische Bezeichnung Jiaotou und der vietnamesische Name cu kiệu meinen dieselbe Pflanze, verweisen aber besonders auf ihre kulinarischen Zubereitungen. Anders als die Küchenzwiebel bildet Allium chinense keine einzelne große Speicherzwiebel. Durch wiederholte Teilung entstehen stattdessen Horste aus mehreren kleinen Zwiebeln. Dieser Wuchs erklärt, warum die Ernte aus vielen kleinen Einheiten besteht. 4 2
Erkennung
Niedrige Horste mit einer Blütenhöhe von 20 bis 50 cm kennzeichnen Allium chinense. Die weißen, eiförmigen Zwiebeln erreichen einen Durchmesser von 4 bis 5 cm erst im zweiten oder dritten Kulturjahr. Jüngere Pflanzen besitzen entsprechend kleinere Zwiebeln; deren Größe allein ist daher kein ausreichendes Merkmal für die Bestimmung. 2 3
Einen besonders brauchbaren Unterschied zu verwandten Küchenkräutern liefert der dreieckige Blattquerschnitt. Die feinen, hohlen Blätter fühlen sich kantig an. Beim gewöhnlichen Schnittlauch sind die Blätter rund, beim Knoblauch-Schnittlauch dagegen flach. Gerade ohne Blüten hilft dieser Vergleich, die drei ähnlich verwendeten Allium-Arten auseinanderzuhalten. 4 3
Im Hochsommer vergilbt das Laub und legt sich nieder. Diese jahreszeitliche Ruhephase fällt unter kultivierten Allium auf, von denen viele während der warmen Jahreszeit grün bleiben. Im Herbst setzt das Wachstum erneut ein. Dann trägt ein nahezu blattloser Schaft eine lockere Dolde mit ungefähr zwanzig kleinen, hellvioletten bis rosavioletten Blüten. 4 2
Nützliche Taxonomie
George Dons Name Allium chinense G.Don stammt von 1827. Die Gattung Allium wurde früher den Liliaceae und später den Alliaceae zugeordnet; heute steht sie in den Amaryllidaceae, Unterfamilie Allioideae. Der später veröffentlichte gleichlautende Name Allium chinense Maxim. von 1859 gilt als illegitim und darf nicht mit dem akzeptierten Namen verwechselt werden. Wichtige Synonyme sind:
- Allium bakeri Regel, historisches Synonym
- Allium bodinieri H.Lév. & Vaniot, historisches Synonym
- Allium martini H.Lév. & Vaniot, historisches Synonym
- Allium exsertum G.Don, historisches Synonym
- Caloscordum exsertum (G.Don) Herb., historisches Synonym
- Allium splendens Miq. (illegitimer Name)
Besonders leicht führt bakeri in die Irre. Im nordamerikanischen Handel wird dieser Name noch für eine Form mit schlanker Zwiebel gebraucht. Botanisch bezeichnet er heute dieselbe Art wie der asiatische Rakkyo. Ein abweichendes Verkaufsetikett bedeutet in diesem Fall somit keine andere Art. 1
Lebensraum und Verbreitung
Südchina bis zur Insel Hainan bildet das natürliche Areal von Allium chinense. Es erstreckt sich über einen weiten Provinzbogen von Henan über Hunan und Guangdong bis Guangxi. Von diesem chinesischen Ausgangsgebiet verbreitete sich der Anbau des Gemüses in weitere Teile Ostasiens. Herkunft und spätere Kulturverbreitung sind dabei voneinander zu unterscheiden. 1 4
Als verbreitetes Würzgemüse gelangte die Art weit über ihre Heimat hinaus. In gemäßigten Teilen Asiens und in Nordamerika ist sie örtlich eingebürgert. Dort entkommt sie gelegentlich aus Gemüsebeeten und besiedelt Brachen oder sonnige Böschungen. Solche Bestände gehören zu den eingeführten Vorkommen und erweitern nicht das ursprüngliche chinesische Areal. 4 5
Für das Wachstum benötigt Allium chinense volle Sonne; Schatten eignet sich nicht. Kalkhaltige, sandige oder lehmige Böden werden vertragen, sofern Wasser gut abfließen kann. Die Pflanze hält Kälte bis ungefähr −20 °C aus. Bei der Standortwahl ist daher neben der Temperatur vor allem die Durchlässigkeit des Bodens zu berücksichtigen. 2 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Frühjahrswachstum, Sommerruhe und erneuter Austrieb im Herbst prägen den Rhythmus dieser Art. Das Laub vergilbt bei sommerlicher Hitze und legt sich nieder, bevor es in der kühleren Jahreszeit wieder wächst. Unter den beschriebenen gemäßigten Kulturbedingungen folgt die Blüte im August und September. Sie sitzt auf Schäften, die dann nahezu frei von Blättern sind. 4 2
Rund zwanzig kleine violette Blüten stehen in jeder Dolde. Dennoch sind keimfähige Samen selten. Eine zuverlässige Aussaat lässt sich daraus kaum ableiten; die Vermehrung erfolgt fast ausschließlich durch Teilung der Teilzwiebeln. Man trennt sie zu dem Zeitpunkt, an dem sich das Zwiebelnest von selbst in mehrere Einheiten gliedert. 3 4
Die handelsübliche Zwiebelgröße erreicht Allium chinense im Gemüsebeet nach zwei bis drei Jahren. Für Einlegegemüse ernten Produzenten häufig schon am Ende des ersten Sommers. Diese frühere Ernte liefert schlankere, zartere Zwiebeln. Der passende Erntezeitpunkt hängt somit auch davon ab, ob größere Zwiebeln oder feine Zwiebeln zum Einlegen gewünscht sind. 5 2
Nutzen und Risiken
Als Gemüse liefert Rakkyo knackige Zwiebeln mit deutlichem, wenig scharfem Zwiebelgeschmack. Sie werden roh oder gegart gegessen. Auch junge Blätter, Blüten und junge Kapselfrüchte sind essbar. Besonders verbreitet ist das süßsaure Einlegen: In Japan werden die Zwiebeln zu Curry serviert, in Vietnam als cu kiệu für das Mondneujahr zubereitet. Die kleine Zwiebel ist damit sowohl Gemüse als auch würzige Beilage. 2 4
Zur traditionellen chinesischen Medizin gehört die Verwendung der Rakkyo-Zwiebel als verdauungsförderndes Tonikum, unter anderem bei Beklemmungsgefühlen im Brustbereich und bei Darmbeschwerden. Das beschreibt volksmedizinische Anwendungen. Daraus ergibt sich kein Ersatz für ärztlichen Rat, insbesondere bei den genannten Beschwerden. 5 2
Für Menschen essbar, für Haustiere jedoch giftig: Wie andere Allium enthält die Art Schwefelverbindungen. Nach dem Fressen können sie bei Katzen, Hunden und Pferden rote Blutkörperchen zerstören und eine hämolytische Anämie verursachen. Erbrechen, dunkler Urin und Schwäche gehören zu den möglichen Vergiftungszeichen. Die übliche Verwendung als menschliches Lebensmittel ist daher keine Aussage über die Verträglichkeit für Tiere. 6
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Meist wird Allium chinense als botanische Grundform angebaut; eine große Vielfalt benannter Sorten besteht nicht. Im nordamerikanischen Handel steht Allium bakeri noch für eine schlankzwiebelige Form, die heute als Synonym zur Art gehört. cu kiệu bezeichnet dagegen eine vietnamesische Zubereitung und keine eigene Sorte. Handelsname, Küchenbezeichnung und botanischer Name erfüllen somit unterschiedliche Aufgaben. 1
Verwechslungen betreffen vor allem andere kleine Allium-Arten, die ebenfalls als Küchenpflanzen verwendet werden:
- Allium tuberosum, Knoblauch-Schnittlauch, besitzt flache Blätter und weiße Blüten;
- Allium schoenoprasum, Schnittlauch, besitzt runde hohle Blätter und rosa Blüten;
- Allium bakeri ist ein historisches Synonym, das im Handel gelegentlich noch wie ein eigenständiger Name angeboten wird.
Drei gemeinsam betrachtete Merkmale kennzeichnen Rakkyo: dreikantige Blätter, eine kleine, im Sommer geerntete rundliche Zwiebel und die späte violette Blüte auf nahezu kahlem Schaft. Diese Kombination grenzt Allium chinense von den ähnlich verwendeten kleinen Zwiebelpflanzen ab und hilft, ein als Rakkyo angebotenes Exemplar zu bestätigen. 4 3
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Allium chinense G.Don
- Plants For A Future, Allium chinense (rakkyo)
- Royal Horticultural Society, Allium chinense
- Chicago Botanic Garden, Allium chinense (Rakkyo, Chinese chives)
- UF/IFAS Extension EDIS, Rakkyo — Allium chinense G.Don. (HS654)
- ASPCA, Schnittlauch (Allium), Eintrag zur Giftigkeit
- Encyclopaedia Britannica, Schnittlauch (Allium)
Häufig gestellte Fragen
Ist Allium chinense giftig?
Für Menschen ist die Art ein essbares Würzgemüse, das in der Küche und zum Einlegen verwendet wird. Wie alle Allium ist sie für Katzen, Hunde und Pferde giftig; beim Fressen besteht das Risiko einer hämolytischen Anämie.
Worin unterscheidet sich Rakkyo von Schnittlauch und Knoblauch?
Allium chinense hat Blätter mit dreieckigem Querschnitt, eine kleine rundliche, im Spätsommer geerntete Zwiebel und eine späte violette Blüte. Schnittlauch besitzt dagegen runde Blätter; Knoblauch bildet eine aus mehreren Zehen bestehende Zwiebel.
Warum vergilben die Blätter im Sommer?
Das ist die normale Sommerruhe dieser Art. Bei Hitze legen sich die Blätter nieder und vergilben. Mit Herbstregen und kühleren Temperaturen beginnt das Wachstum erneut, bevor die Blüte folgt.
Wie erntet und lagert man die Zwiebeln?
Die Zwiebeln werden im Spätsommer ausgegraben, sobald das Laub vergilbt ist. Man isst sie frisch, legt sie süßsauer ein oder trocknet sie für eine längere Lagerung.
Breitet sich Allium chinense stark aus?
Die Art hat sich stellenweise in Ostasien und Nordamerika eingebürgert, bildet jedoch nur wenige keimfähige Samen. Ihre Ausbreitung hängt vor allem mit dem bewussten Anbau und der Vermehrung durch Teilung zusammen.
Wie wird Rakkyo gegessen?
Vor allem werden die Zwiebeln süßsauer eingelegt. In Japan reicht man sie zu Curry; in Vietnam werden sie als cu kiệu zum Mondneujahr zubereitet.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.

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