Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus, Lam. 1789)

Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus) ist ein großer tropischer Baum der Maulbeergewächse (Moraceae). Er stammt aus Südwestindien, vermutlich aus den Westghats. Seine fleischigen Fruchtverbände gelten als die größten von einem Baum getragenen Früchte. Sie entstehen unmittelbar am Stamm und an starken Ästen, ein als Kauliflorie bezeichnetes Merkmal. Unreif dient das faserige Fruchtfleisch in vielen asiatischen Küchen als Fleischersatz, reif wird es süß und aromatisch. Alle vegetativen Pflanzenteile geben bei Verletzung klebrigen weißen Milchsaft ab.

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Wissenschaftlicher NameArtocarpus heterophyllus
GattungArtocarpus
OrdnungRosales

Jackfruchtbaum, Jackfruit, Jaca und Nangka

Identität
Toxizität
Keine Giftigkeit bei Katzen und Hunden bekannt
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Indien
Lebensraum
Feuchte tropische Tiefland- und untere Bergwälder; vielfach in tropischen Obstgärten und Hausgärten angebaut
Jahresverlauf
Blütezeit
Winter
Erntezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Veredelt Früchte ab 3–4 Jahren, aus Samen ab 4–8; ausgewachsen nach 15–20 Jahren
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering; fruchtbeladene Äste brechen bei starkem Wind
Luftfeuchtigkeit
60–85 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Außenbereich
Obstgarten, Offener Boden
Pflanzgefäße
Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe900–2100 cmBreite600–1500 cm
Blätter
Grün
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GrünGröße5–12 cm
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünGelbBraunGröße30–100 cm
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das genaue natürliche Areal des Jackfruchtbaums ist umstritten. Vermutlich stammt die Art aus feuchten Wäldern der Westghats in Südwestindien. Von ihrem sehr alten Anbaugebiet in Indien gelangte sie früh nach Myanmar, Sri Lanka und Südchina und später in tropische Regionen weltweit.

  • Heimisch1
  • Eingeführt1
  • Invasiv1
  • Indien
  • Vereinigte Staaten
  • Brasilien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus Lam., 1789) gehört zur Gattung Artocarpus und zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Damit ist er mit Feigen und Maulbeeren verwandt. Jean-Baptiste Lamarck veröffentlichte den wissenschaftlichen Namen anhand eines vom Botaniker Philibert Commerson gesammelten Belegs. 1 2

Die internationale Bezeichnung Jackfruit und das französische jacquier gehen auf das portugiesische jaca zurück. Dieses Wort stammt wiederum von chakka aus dem Malayalam, einer Sprache Keralas, wo der Baum besonders häufig angebaut wird. Der englische Name folgt derselben sprachlichen Linie, die der Naturforscher Garcia de Orta bereits im 16. Jahrhundert vermittelte. 6 2

Erkennung

Eine dichte Krone und ein vergleichsweise kurzer Stamm kennzeichnen den immergrünen Jackfruchtbaum. Er erreicht 9 bis 21 m Höhe und Stammdurchmesser von 30 bis 80 cm; gelegentlich stützen Brettwurzeln den Stamm. Aus der glatten rotbraunen Rinde tritt bei der kleinsten Verletzung klebriger weißer Milchsaft. Dieses Merkmal erleichtert die Abgrenzung gegenüber anderen großen tropischen Bäumen. 2

Ledrige, glänzende Blätter stehen wechselständig an den Zweigen. Bei älteren Bäumen sind sie ungeteilt und rundlich, bei Jungpflanzen dagegen häufig gelappt oder eingeschnitten. Auf diese unterschiedliche Blattform verweist das Artepitheton heterophyllus, „verschiedenblättrig“. Die winzigen Blüten stehen zu Blütenständen vereinigt direkt am Stamm und an starken Ästen, statt in den Blattachseln. Diese Kauliflorie unterscheidet die Art deutlich von Obstbäumen, die an Zweigenden blühen. 4 2 3

Bis zu 100 cm Länge und 50 cm Durchmesser kann der Fruchtverband erreichen. Mit einem Rekordgewicht von 55 kg gilt er als die schwerste bekannte von einem Baum getragene Frucht. Seine Schale besitzt kleine sechseckige Höcker, während die Frucht des nahe verwandten Brotfruchtbaums glatt ist. Zur Vollreife wechselt die Farbe von Grün zu Gelbbraun. 2 3

Nützliche Taxonomie

Mehrere konkurrierende wissenschaftliche Namen waren gebräuchlich, bevor sich Artocarpus heterophyllus als akzeptierter Name durchsetzte. Zu den wichtigsten älteren Bezeichnungen gehören:

  • Artocarpus integrifolius auct., eine ältere Bezeichnung;
  • Artocarpus philippensis Lam., ein Synonym;
  • Artocarpus maximus Blanco, ein Synonym;
  • Artocarpus brasiliensis Gomes, ein Synonym;
  • Saccus heterophyllus (Lam.) Kuntze, eine frühere Kombination.

Gegenüber diesen außer Gebrauch geratenen Synonymen bleibt der von Kew akzeptierte Name Artocarpus heterophyllus der verlässlichste Anhaltspunkt. Er bezeichnet eine Art der Moraceae. Eine Würgefeige ist damit nicht gemeint, obwohl zwischen der Feigengattung und Artocarpus eine tatsächliche botanische Verwandtschaft besteht. Verwandtschaft bedeutet hier also keine Gleichsetzung der Arten. 1 7

Lebensraum und Verbreitung

Als mutmaßliches Ursprungsgebiet gelten die feuchten Wälder der Westghats im Südwesten Indiens. Die genaue geographische Herkunft ist weiterhin umstritten. Seit mehreren Jahrtausenden ist der Anbau in Indien belegt. Von dort gelangte die Kultur sehr früh nach Myanmar, Sri Lanka und Südchina, noch bevor sie ihre heutige weltweite Verbreitung in den Tropen erreichte. 2 6

Inzwischen wird der Baum in tropischen Regionen rund um den Globus angebaut. Die Jackfrucht gilt als Nationalfrucht von Bangladesch und Sri Lanka sowie als offizielle Frucht des indischen Bundesstaates Kerala. Außerhalb des ursprünglichen Areals kann sich der Baum an geeigneten Standorten einbürgern. Im Tijuca-Wald bei Rio de Janeiro breitet er sich zulasten heimischer Baumarten aus. Herabgefallene Früchte ernähren dort Büschelaffen und Nasenbären, die anschließend die Samen weitertragen. 9 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Getrennte männliche und weibliche Blütenstände entstehen auf demselben Jackfruchtbaum. Die Art ist also einhäusig; beide Geschlechter kommen gemeinsam an einem Individuum vor. Die am Stamm sitzenden Blütenstände erscheinen regional zwischen Dezember und März. Nach der Blüte benötigen die einzelnen Früchte mehrere Monate, um vollständig auszureifen. 2

Ein ausgewachsener Baum liefert durchschnittlich 200 Früchte pro Jahr, ältere Exemplare können mehr als 500 tragen. Jede Frucht enthält 100 bis 500 Samen mit einer dünnen, wachsartigen Samenschale und einer Hülle aus essbarem Fruchtfleisch. Gerade diese zahlreichen Samen sicherten lange den Nahrungswert des Baums in armen ländlichen Regionen, mehr noch als das Fruchtfleisch selbst. 2

Vermehrt wird durch Aussaat oder Veredlung. Samen verlieren rasch ihre Keimfähigkeit; die Aussaat setzt deshalb frisches Material voraus. Soll die besondere Qualität einer bestimmten Sorte erhalten bleiben, wird veredelt. Solche Bäume tragen bereits nach 3 bis 4 Jahren Früchte. Bei Sämlingen dauert es dagegen gewöhnlich 4 bis 8 Jahre bis zum ersten Ertrag. 2

Nutzen und Risiken

Je nach Reifestadium unterscheidet sich die Küchennutzung deutlich. Das unreife, fade und faserige Fruchtfleisch erinnert nach dem Garen an zerzupftes Fleisch und dient vielfach als Fleischersatz in vegetarischen Gerichten. Bei Reife wird es süß und duftend. Seine Aromen erinnern an Ananas, Banane und Mango; dann wird es roh oder als Bestandteil von Nachspeisen gegessen. 2 4

Gekochte oder geröstete Samen schmecken ähnlich wie Esskastanien. Sie werden als Beilage gegessen oder zu Mehl verarbeitet. Sämtliche Pflanzenteile geben klebrigen weißen Milchsaft ab. Nach den herangezogenen Datenbanken ist keine Giftigkeit für Menschen, Katzen oder Hunde gemeldet. Für Pferde bleibt die Datenlage dagegen unzureichend; aus fehlenden Angaben lässt sich keine sichere Unbedenklichkeit ableiten. 5 4

Goldfarbenes, dichtes und termitenbeständiges Holz wird für Möbel und Türen genutzt. In Indien entstehen daraus außerdem Musikinstrumente, darunter die Trommel mridangam und die vînâ. Die Bedeutung der Art reicht damit über ihre Früchte hinaus: Neben den Lebensmitteln liefert der Baum ein geschätztes Material für dauerhafte Gegenstände. 2 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Nach der Textur des reifen Fruchtfleisches unterscheiden Erzeuger traditionell zwei Gruppen. Varikka bezeichnet häufig den festen, knackigen Typ. Koozha steht mitunter für den weichen und sehr süßen Typ. Diese Bezeichnungen bleiben gärtnerische Kategorien innerhalb einer Art. Weder varikka noch koozha bezeichnen eigenständige botanische Taxa. 2

Besonders häufig betreffen Verwechslungen folgende Pflanzen und Entwicklungsstadien:

  • Artocarpus altilis, der Brotfruchtbaum, besitzt tief eingeschnittene Blätter und glatte Früchte ohne erkennbare Schuppen;
  • Artocarpus integer, der Cempedakbaum, bildet kleinere, stärker riechende Früchte mit weniger höckeriger Schale;
  • junge Jackfruchtbäume tragen gelappte Blätter und können vor Ausbildung des ungeteilten Erwachsenenlaubs mit anderen Maulbeergewächsen verwechselt werden.

Am sichersten ist die gemeinsame Betrachtung mehrerer Merkmale: wissenschaftlicher Name, unmittelbar am Stamm entstehende Blüten und Früchte sowie weißer Milchsaft, der schon bei einer kleinen Verletzung austritt. Zusammen helfen diese Kennzeichen auch dann weiter, wenn am Baum gerade keine reife Frucht vorhanden ist.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist der Jackfruchtbaum ein Brotfruchtbaum?

Nein. Der Brotfruchtbaum (Artocarpus altilis) gehört ebenfalls zur Gattung Artocarpus, bildet aber eine eigene Art. Seine Blätter sind tiefer eingeschnitten und die Frucht ist glatt, ohne erkennbare Schuppen.

Ist der Jackfruchtbaum für Katzen und Hunde giftig?

Die herangezogenen veterinärmedizinischen Datenbanken verzeichnen keine bekannte Giftigkeit bei Katzen, Hunden oder Menschen. Für Pferde ist die Datenlage dagegen unzureichend.

Warum wachsen Jackfrüchte direkt am Stamm?

Blüten und Früchte entstehen beim Jackfruchtbaum direkt am Stamm und an starken Ästen statt an den Zweigenden. Dieses Kauliflorie genannte Merkmal kommt auch beim Kakaobaum vor und könnte schwereren Früchten eine stabilere Unterlage bieten.

Wann trägt ein Jackfruchtbaum erstmals Früchte?

Veredelte Bäume tragen meist ab 3 bis 4 Jahren, Sämlinge ab 4 bis 8 Jahren. Den ausgewachsenen Wuchs erreicht der Baum erst nach etwa 15 bis 20 Jahren.

Kann man Jackfrüchte roh essen?

Reife Früchte werden roh gegessen, da ihr Fruchtfleisch dann süß und aromatisch ist. Unreife Früchte schmecken fade und sind faserig; sie werden vor dem Verzehr stets gekocht, etwa in Currys.

Was unterscheidet harte und weiche Jackfruchtsorten?

Die auch varikka und koozha genannten gärtnerischen Gruppen unterscheiden sich im reifen Fruchtfleisch. Die eine besitzt festes, knackiges Fleisch, die andere weicheres und süßeres. Es handelt sich um dieselbe Art.

Kann der Jackfruchtbaum im europäischen Frankreich wachsen?

Nur als junge Topfpflanze im beheizten Gewächshaus. Die Art benötigt ein ständig warmes Tropenklima und verträgt keinen Frost; Temperaturen unter 0 °C können sie abtöten.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.