Zirbelkiefer (Pinus cembra, )
Zirbelkiefer (Pinus cembra) ist ein Nadelbaum der Familie Pinaceae aus den subalpinen Höhenstufen der Alpen und Karpaten. Mit der Europäischen Lärche bildet sie dort oft die obere Waldgrenze. Kennzeichnend sind ihre zu fünft gebündelten Nadeln und Zapfen, die sich am Baum nie öffnen. Ihre flügellosen Samen sind für die Ausbreitung fast vollständig auf den Tannenhäher angewiesen.
WeiterlesenZirbelkiefer, Zirbe, Arve, Zirbenkiefer und Swiss stone pine






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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Pinus cembra beschränkt sich auf die Alpen vom Südosten Frankreichs bis Österreich und Slowenien sowie auf die Karpaten, insbesondere die polnische und slowakische Tatra und Rumänien. Seit dem 18. Jahrhundert wird die Art auch in Nordeuropa und im Vereinigten Königreich als Zierbaum kultiviert, ohne dort spontane Bestände zu bilden.
- Heimisch8
- Frankreich
- Schweiz
- Österreich
- Italien
- Polen
- Slowakei
- Rumänien
- Ukraine
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Zirbelkiefer (Pinus cembra L., 1753), auch Zirbe, Arve oder Zirbenkiefer, ist ein Nadelbaum der Gattung Pinus aus der Familie Pinaceae. Sie gehört zu den wenigen europäischen Kiefern, die bis in die subalpine Stufe auf 1 200 bis 2 300 m steigen. Dort bildet sie häufig zusammen mit der Europäischen Lärche die obere Waldgrenze. 1 2
Im deutschen Sprachraum heißen Baum und traditionell genutztes aromatisches Holz Zirbelkiefer oder Zirbe; auch regionale Spirituosen sind mit diesem Namen verbunden. Das von Linné 1753 verwendete Artepitheton cembra geht auf italienisch cembro zurück, eine bereits zuvor in den italienischen Alpen gebräuchliche Bezeichnung des Baums. 5 6
Erkennung
Besonders aussagekräftig ist die Zahl der Nadeln im Büschel: Bei der Zirbelkiefer sind es fünf, bei Waldkiefer und Schwarzkiefer dagegen zwei. Die 4 bis 9 cm langen Nadeln sind dunkelgrün bis bläulich und tragen feine weiße Spaltöffnungslinien. Sie bleiben 3 bis 5 Jahre am Zweig. 6 4
Eiförmige Zapfen von 5 bis 8 cm Länge wechseln bei der Reife von Grünviolett nach Braunviolett, öffnen sich jedoch nie am Baum. Beim Herabfallen lösen sich ihre Schuppen und bringen die Samen mit zu Boden. Die 8 bis 12 mm langen Samen besitzen keine Flügel, eine Ausnahme unter den Kiefern. Daher können sie sich nicht selbst durch den Wind verbreiten. 2 4
Kultivierte Bäume erreichen gewöhnlich 10 bis 20 m; aus dem natürlichen Areal werden bis zu 25 m gemeldet. Jung ist die Krone schmal kegelförmig und dicht. Nahe der Höhengrenze wächst der Baum oft unregelmäßig, verzweigt sich schon an der Basis oder wird durch Schneelasten niedergedrückt. 2 3
Nützliche Taxonomie
Unter Pinus cembra L., veröffentlicht 1753, führen POWO/WCVP diese Art. Mehrere verwandte asiatische Populationen galten lange als bloße Varietäten, bevor sie als eigenständige Arten anerkannt wurden:
- Pinus cembra var. sibirica (Du Tour) G.Don, heute Pinus sibirica
- Pinus cembra var. pumila Pall., heute Pinus pumila
- Pinus cembra var. mandschurica (Rupr.) Carrière, einer verwandten fernöstlichen Art zugeordnet
- Pinus cembra f. columnaris Hellm. ex Beissn., direktes Synonym der Art
Besonders relevant ist die Abgrenzung von sibirica: Die Sibirische Zirbelkiefer trägt größere Zapfen, wächst schneller und besitzt drei Harzkanäle pro Nadel gegenüber zwei bei der Zirbelkiefer. Beide Arten sind botanisch verschieden, aber nahe verwandt und teilen die Ausbreitungsstrategie durch Tannenhäher. 1 7
Lebensraum und Verbreitung
Auf die Alpen vom Südosten Frankreichs bis Österreich und Slowenien sowie die Karpaten, besonders die polnische und slowakische Tatra, beschränkt sich das natürliche Areal. Besiedelt wird die subalpine Stufe, meist auf 1 200 bis 2 300 m, selten unter 1 500 m, häufig in Mischbeständen mit der Europäischen Lärche. 2 6
Außerhalb ihrer Höhenlagen verträgt die Zirbelkiefer die Hitze und Feuchtigkeit sommerlicher Tieflagen schlecht. Südlich der Winterhärtezone USDA 7 wird sie nicht empfohlen; kühle, niederschlagsreiche Klimate sind deutlich günstiger. In Nordeuropa und im Vereinigten Königreich wird sie seit dem 18. Jahrhundert kultiviert. Manche vor 1800 gepflanzten Bäume leben noch heute. Im natürlichen Areal überschreitet sie häufig 500 Jahre und gehört zu den langlebigsten europäischen Nadelbäumen. 4 6
Lebenszyklus und Vermehrung
Männliche und weibliche Zapfen wachsen getrennt auf demselben Baum: Pinus cembra ist einhäusig. Die männlichen Zapfen entlassen ihren Pollen im Frühsommer in den Wind, während die weiblichen am Zweig bleiben. Die Befruchtung führt nicht sofort zur Reife: Ein Zapfen benötigt zwei volle Jahre, gegenüber nur einer Saison bei den meisten europäischen Kiefern. 2 4
Reife Zapfen bleiben geschlossen und fallen ganz herab oder zerfallen langsam am Baum. Die Samenausbreitung hängt fast vollständig vom Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) ab. Er entnimmt die Samen, trägt sie teilweise mehrere Kilometer weit und vergräbt sie als Wintervorrat. Vergessene Vorräte keimen im Frühjahr. Diese Abhängigkeit erklärt einen großen Teil der heutigen Verbreitung der Zirbelkiefer an der Waldgrenze. 6 3
Einzeln stehende Bäume bilden ihre ersten Zapfen erst nach 30 bis 50 Jahren, in der Baumschule bei geeigneter Mykorrhiza-Impfung früher. Das jährliche Wachstum bleibt sehr langsam und liegt selbst unter günstigen Bedingungen oft unter 30 cm. 3
Nutzen und Risiken
Weiches, aromatisches und leicht bearbeitbares Zirbelkieferholz wird in den Alpen traditionell zum Schnitzen und für Möbel genutzt, besonders seit dem 17. Jahrhundert in Gröden. Die Zapfen dienen außerdem zur Herstellung der regionalen Spirituose Zirbenschnaps. 6 3
Ölreiche Samen sind roh oder gekocht essbar und schmecken leicht harzig. Für Katzen und Hunde ist die Art nicht als giftig eingestuft. Holz, Sägemehl und Harz können bei empfindlichen Menschen jedoch eine Kontaktdermatitis auslösen. 3
Als Zierbaum eignet sich die Zirbelkiefer für einen begrenzten Standortkreis. Ihr sehr langsames Wachstum von oft weniger als 30 cm jährlich und ihre Empfindlichkeit gegenüber Sommerhitze sprechen für Gärten mit kühlem Klima und gegen südliche Tieflagen. 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
In Baumschulen finden sich einige gärtnerische Auslesen: 'Stricta' wächst schmal säulenförmig, 'Glauca' trägt deutlich bläulicheres Laub. Seltener ist die panaschierte 'Aureovariegata', deren Nadeln goldgelb gezeichnet sind. 4
Häufige Verwechslungspartner sind folgende Kiefern:
- Pinus sibirica, lange als Varietät der Zirbelkiefer behandelt, mit größeren Zapfen und drei Harzkanälen pro Nadel;
- Pinus pumila, eine buschige, kriechende Art aus Fernost statt eines aufrechten Baums;
- Pinus strobus, ebenfalls fünfnadelig, aber mit länglichen, hängenden Zapfen, die sich bei Reife gewöhnlich öffnen.
Fünf Nadeln je Büschel schließen die europäischen zweinadeligen Kiefern unmittelbar aus. Geschlossene Zapfen und flügellose Samen ermöglichen anschließend die Abgrenzung der Zirbelkiefer von den meisten anderen fünfnadeligen Kiefern.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Pinus cembra L.
- Missouri Botanical Garden, Pinus cembra
- Plants For A Future, Pinus cembra
- NC State Extension, Pinus cembra (Swiss Stone Pine)
- Tela Botanica / BDTFX, Pinus cembra L.
- Trees and Shrubs Online, Pinus cembra
- International Plant Names Index, Pinus cembra L.
- USDA GRIN Global Taxonomy, Pinus cembra L.
Häufig gestellte Fragen
Wie alt wird eine Zirbelkiefer?
Die Art zählt zu den langlebigsten europäischen Nadelbäumen. In natürlichen Beständen der Alpen und Karpaten erreichen Bäume häufig 500 bis 1000 Jahre.
Warum haben Zirbelkiefersamen keine Flügel?
Anders als die windverbreiteten geflügelten Samen der meisten Kiefern sind die Samen der Zirbelkiefer schwer und flügellos. Ihre Ausbreitung hängt fast vollständig vom Tannenhäher ab, der sie als Vorrat transportiert und vergräbt.
Ist die Zirbelkiefer für Katzen und Hunde giftig?
Nein, für diese Arten ist sie nicht als giftig eingestuft. Holz, Sägemehl und Harz können bei empfindlichen Menschen jedoch eine Kontaktdermatitis verursachen.
Was unterscheidet Zirbelkiefer und Sibirische Zirbelkiefer?
Pinus sibirica wurde lange als Varietät der Zirbelkiefer behandelt. Sie unterscheidet sich durch größere Zapfen und drei Harzkanäle je Nadel gegenüber zwei bei der Zirbelkiefer.
Kann man eine Zirbelkiefer im Tiefland pflanzen?
Die Art verträgt Hitze und Feuchtigkeit sommerlicher Tieflagen schlecht. Südlich der USDA-Winterhärtezone 7 wird sie nicht empfohlen. Besser gedeiht sie in einem kühlen, niederschlagsreichen Klima, das ihrem Berglebensraum ähnelt.
Warum öffnen sich Zirbelkieferzapfen nicht?
Die Schuppen bleiben bis zum Herabfallen verbunden und bringen die Samen mit zu Boden. Diese geschlossenen Zapfen überlassen die Ausbreitung hauptsächlich dem Tannenhäher statt dem Wind wie bei den meisten Kiefern.
Ab welchem Alter bildet eine Zirbelkiefer Zapfen?
Ein einzeln stehender Freilandbaum fruchtet gewöhnlich erst nach 30 bis 50 Jahren. Eine geeignete Mykorrhiza-Impfung in der Baumschule kann den Beginn der Zapfenbildung vorverlegen.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.



