Japanische Eibe (Taxus cuspidata, Siebold & Zucc. 1846)

Taxus cuspidata ist ein immergrüner Nadelbaum der Taxaceae aus den Bergen Japans, Koreas, Nordostchinas und des russischen Fernen Ostens. Die V-förmig angeordneten Nadeln mit kurzer, deutlicher Spitze und der fleischige rote Samenmantel um einen einzelnen Samen im Herbst kennzeichnen die Art. Alle Teile sind giftig, außer dem Fleisch dieses Samenmantels.

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Wissenschaftlicher NameTaxus cuspidata
GattungTaxus
OrdnungCupressales

Japanische Eibe, Japanese yew, Spreading yew und Ichii

Identität
Toxizität
Giftig für Menschen und Tiere, außer dem roten Samenmantel
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Baum · Nadelbaum
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
JapanSüdkoreaChinaRussland
Lebensraum
Kühlfeuchte Bergwälder auf sauren, durchlässigen Böden, häufig zwischen 500 und 1.000 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
3/10
Reifezeit
Erwachsener Wuchs nach mehreren Jahrzehnten, Lebensdauer teils über tausend Jahre
Vermehrung
Aussaat, Steckling, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Eingewurzelt gut, empfindlich gegen austrocknenden Winterwind
Luftfeuchtigkeit
40–75 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Leichter Sandboden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Vollschatten

Volle Sonne bis dichter Schatten, sehr schattenverträglich
Außenbereich
Feldhecke, Gartenbeet
Erscheinungsbild
Höhe1000–1800 cmBreite400–800 cm
Blätter
Grün
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Rot
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Taxus cuspidata: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Taxus cuspidata umfasst die Gebirge Japans, Koreas, Nordostchinas und des russischen Fernen Ostens. Außerhalb dieses Gebiets wird die Art häufig gepflanzt, besonders in Nordamerika und Europa als Hecke und Bonsai, ohne als invasiv zu gelten.

  • Heimisch4
  • Japan
  • Südkorea
  • China
  • Russland

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Taxus cuspidata (Taxus cuspidata Siebold & Zucc., 1846), auch Japanische Eibe, Ichii oder Spreading yew genannt, ist ein immergrüner Nadelbaum der Taxaceae aus der Gattung Taxus. Der Strauch oder kleine Baum wächst in den Gebirgen Japans, Koreas, Nordostchinas und des russischen Fernen Ostens. 1 8

Das Artepitheton cuspidata leitet sich vom lateinischen cuspis, Spitze, ab. Es beschreibt das abrupt zugespitzte Ende jeder Nadel, ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber der europäischen Eibe (Taxus baccata). In Japan heißt der Baum auch Ichii, wörtlich erster Rang. Aus dem feinkörnigen Holz alter Exemplare wurden früher die Zepter hochrangiger Höflinge gefertigt. 2

Erkennung

Als dichter Strauch oder pyramidenförmiger Baum entwickelt Taxus cuspidata im Alter eine abgerundete Krone. Die dünne, rotbraune Borke ist schuppig. In freier Natur erreicht die Art gewöhnlich 10 bis 18 m Höhe und kann Stammdurchmesser von mehr als 60 cm entwickeln. Als geschnittene Hecke oder einzelner Gartenbaum bleibt sie meist unter 4 bis 8 m, also ungefähr halb so hoch wie ein frei wachsender Waldbaum. 2 3

Die flachen, linealischen Nadeln stehen am Zweig in einem leichten V. Diese Anordnung ist enger und aufrechter als die flach zweizeilige Stellung bei der europäischen Eibe. Die Oberseite ist dunkelgrün; unterseits verlaufen zwei breite, gelbliche Spaltöffnungsbänder, die deutlicher hervortreten als bei Taxus baccata. Jede Nadel endet in einer kurzen, klar abgesetzten Spitze, dem namensgebenden Merkmal der Art. 5 4

Bei Taxus cuspidata entstehen männliche und weibliche Organe auf getrennten Pflanzen; sie ist zweihäusig. Nur weibliche Exemplare tragen im Herbst einen fleischigen, oben offenen roten Samenmantel von etwa 8 bis 12 mm, der einen einzelnen Samen umschließt. Eine alleinstehende männliche Pflanze wird daher unabhängig von ihrem Alter niemals solche Beeren bilden. 4 2

Nützliche Taxonomie

POWO/WCVP erkennt den 1846 beschriebenen Namen Taxus cuspidata Siebold & Zucc. an. Mehrere historische Namen kommen in der Literatur und im Gartenhandel vor, ohne ein eigenständiges botanisches Taxon zu bezeichnen:

  • Taxus baccata var. cuspidata (Siebold & Zucc.) Carrière (historischer Name)
  • Taxus cuspidata var. umbraculifera (Siebold ex Endl.) Makino (historischer Name)
  • Taxus cuspidata var. latifolia (Pilg.) Nakai (historischer Name)
  • Taxus cuspidata f. thayerae (E.H.Wilson) Rehder (historischer Name)

Die Bezeichnung var. cuspidata verdeutlicht diese wechselnde Einordnung. Manche älteren Klassifikationen stellen die Pflanze lediglich als asiatische Varietät zu Taxus baccata. POWO erkennt Taxus cuspidata dagegen als selbstständige Art an. Zur Gattung gehört auch die weit verbreitete Gartenhybride Taxus x media Rehder, eine Kreuzung von Taxus cuspidata und Taxus baccata. 1

Lebensraum und Verbreitung

In den Bergen Japans auf Hokkaido, Honshu, Kyushu und Shikoku liegt ein Teil des natürlichen Areals von Taxus cuspidata. Es umfasst außerdem Korea, Nordostchina mit Heilongjiang, Jilin, Liaoning und Shaanxi sowie den russischen Fernen Osten, besonders Primorje, Sachalin und die Kurilen. Die Art besiedelt kühle, feuchte Höhenwälder auf sauren Böden, häufig zwischen 500 und 1.000 m. 8 4

Die Einstufung von Taxus cuspidata als weltweit nicht gefährdet durch die Weltnaturschutzunion IUCN stammt aus dem Jahr 2013. Sie verdeckt örtliche Rückgänge: In China beunruhigen die Zerschneidung des Lebensraums und ein unausgewogenes Verhältnis männlicher zu weiblichen Pflanzen manche Botaniker, obwohl die Art insgesamt als stabil gilt. 7

Außerhalb des natürlichen Areals wird Taxus cuspidata häufig kultiviert, besonders in Nordamerika und Europa als Hecke und Bonsai. Jenseits Asiens dient die Art überwiegend als Zierpflanze und gilt nicht als invasiv. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Im Frühjahr blüht Taxus cuspidata: Männliche Organe geben Pollen ab, den der Wind zu den Samenanlagen weiblicher Pflanzen trägt. Ein holziger Zapfen fehlt. Jeder befruchtete Samen bleibt einzeln von einem roten Samenmantel umgeben, der sechs bis neun Monate zur Reife benötigt und vor dem Herbst ausreift. 4

Langsames bis mäßiges Wachstum prägt Taxus cuspidata. Bis eine Jungpflanze ihren erwachsenen Wuchs erreicht, vergehen mehrere Jahrzehnte. Diese Langsamkeit geht mit ungewöhnlicher Langlebigkeit einher; einzelne Exemplare zählen zu den ältesten Bäumen Nordostasiens. Bäume im russischen Sichote-Alin-Gebirge sollen über 1.000 Jahre alt sein. Der Sentsūzan-no-Ichii in der japanischen Präfektur Tottori wird auf etwa 2.000 Jahre geschätzt. 5

Die Wildart wird gärtnerisch durch Aussaat vermehrt. Die langsame Keimung dauert achtzehn Monate bis über zwei Jahre. Daneben ist Stecklingsvermehrung mit halbverholzten, im Juli oder August geschnittenen Zweigen möglich. Diese bilden oft bereits bis Ende September Wurzeln. 4

Nutzen und Risiken

Hecken, Formschnitt, Bonsai und einzelne Zierbäume sind die wichtigsten Nutzungen von Taxus cuspidata. Sie steht sowohl in japanisch gestalteten Gärten als auch in westlichen Parks. In kaltem Kontinentalklima macht ihre Winterhärte sie zuverlässiger als die europäische Eibe. 5

Sämtliche Teile von Taxus cuspidata mit Ausnahme des Fleisches des Samenmantels enthalten herzschädigende Taxin-Alkaloide. Besonders hoch ist ihre Konzentration in Samen und Laub. Die Aufnahme verursacht Zittern, Atembeschwerden und anschließend Krämpfe; bei Hunden, Katzen und Pferden kann sie zu plötzlichem Herzstillstand führen. Ein spezifisches Gegengift existiert nicht. Nur eine länger anhaltende medizinische Überwachung begrenzt die Risiken. 6

Geschnittenes Laub liefert außerdem einen Rohstoff für einen halbsynthetischen Vorläufer der Taxane. Diese Gruppe von Krebsmedikamenten wird gegen bestimmte Eierstockkarzinome eingesetzt. Die Nutzung teilt Taxus cuspidata mit der europäischen Eibe. 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Vier stabile Sorten prägen das gärtnerische Angebot von Taxus cuspidata. 'Capitata' wächst aufrecht pyramidenförmig und wird häufig als Unterlage oder Heckenpflanze genutzt. 'Nana' ist zwergig und ausgebreitet, 'Densa' ein niedriger, dichter weiblicher Busch. Bei 'Aurescens' erscheinen die jungen Frühjahrstriebe goldgelb und vergrünen später wieder. 2

Die häufigste Verwechslung betrifft die europäische Eibe (Taxus baccata). Ihre Nadeln stehen flacher und erscheinen in zwei ebenen Reihen, während die japanische Art ein aufgerichtetes V zeigt. Hinzu kommt die Kreuzung Taxus x media, die heute wegen ihrer zwischen den Eltern liegenden Winterhärte zu den meistverkauften Eiben nordamerikanischer Baumschulen zählt. Bei der Bestimmung bleiben die V-Stellung und die abrupt zugespitzten Nadeln die zuverlässigsten Merkmale zur Unterscheidung der drei Taxa. 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Taxus cuspidata dieselbe Pflanze wie die Eibe?

Nein. Taxus cuspidata und Taxus baccata sind nach POWO eigenständige Arten. Ältere Einteilungen behandelten die asiatische Art teilweise nur als Varietät der europäischen Eibe. Im Gartenbau lassen sich beide leicht zur Hybride Taxus x media kreuzen.

Ist Taxus cuspidata giftig?

Ja. Alle Teile außer dem Fleisch des roten Samenmantels enthalten herzschädigende Taxin-Alkaloide. Verschluckt ein Haustier oder ein Kind Blätter oder Samen, ist dies ein tiermedizinischer beziehungsweise medizinischer Notfall.

Kann man den roten Samenmantel von Taxus cuspidata essen?

Das süße Fleisch des Samenmantels ist der einzige ungiftige Pflanzenteil. Der eingeschlossene Samen bleibt beim Zerbeißen oder Verschlucken gefährlich. Vom Verzehr ist abzuraten, insbesondere mit Kindern.

Was unterscheidet Taxus cuspidata von Taxus x media?

Taxus x media ist eine Gartenhybride aus Taxus cuspidata und Taxus baccata. Sie wurde ausgelesen, um die Winterhärte der japanischen Art mit dem feineren Wuchs der europäischen Eibe zu verbinden. Heute zählt sie zu den meistverkauften Eiben nordamerikanischer Baumschulen.

Warum bildet meine Taxus cuspidata nie rote Samenmäntel?

Die Art ist zweihäusig: Männliche und weibliche Organe wachsen auf getrennten Pflanzen. Eine seit Jahren gepflanzte Eibe, die nie Beeren trägt, ist fast immer männlich und setzt im Frühjahr Pollen frei.

Wächst Taxus cuspidata schnell?

Nein. Das Wachstum bleibt langsam bis mäßig, auch wenn manche gut durchlässigen Böden es etwas beschleunigen. Diese Langsamkeit erklärt teilweise die große Lebensdauer. Einzelne Bäume werden auf mehrere Jahrhunderte oder sogar über tausend Jahre geschätzt.

Woher kommt der Name Ichii?

Der japanische Name bedeutet wörtlich erster Rang. Er bezieht sich auf das Zepter aus Eibenholz für hochrangige Höflinge am Kaiserhof. Das feinkörnige Holz alter Bäume war dafür besonders begehrt.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.